Gniezno / Gnesen

Gniezno / Gnesen

Gniezno gilt als eine der ältesten Städte Polens, erste menschliche Ansiedlungen gab es bereits in der Steinzeit. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte allerdings erst am Ende des 10. Jahrhunderts, also nach der Christianisierung Polens.

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gniezno 1 850

Als Gründer der Stadt gilt Herzog Lech, der sich einer Legende nach auf dem Lech-Hügel sein Nest (poln. gniazdo) baute wie ein weißer Adler in der Baumkrone über ihm.

Der weiße Adler findet sich sowohl im Wappen der Stadt als auch im Wappen Polens.
In Gniezno ist seit dem 8. Jahrhundert eine Burg nachweisbar. Ab dem 9. Jahrhundert war es das politische Zentrum des sich allmählich herausbildenden Staates der Piasten.

Im Jahr 1000 kam es zum Akt von Gnesen. Bolesław I. Chrobry empfing hier Kaiser Otto III., und es kam zur Gründung des ältesten polnischen Erzbistums. 1025 wurde Bolesław I. Chrobry der erste König von Polen. 1238/39 erhielt Gniezno die Stadtrechte. Bis 1320 war die Stadt Krönungsort der polnischen Könige.

Das Erzbistum Gniezno wurde auf Betreiben des polnischen Herzogs und späteren Königs Bolesław I. Chrobry im Jahr 1000 von Kaiser Otto III. durch den Akt von Gnesen als unabhängiges, dem Papst direkt unterstelltes polnisches Metropolitanbistum gegründet. Otto III. befand sich auf einer Wallfahrt am Grab seines Freundes, des Märtyrers Bischof Wojciech, in Gniezno und handelte in Rücksprache mit Papst Silvester II. Erster Erzbischof (Metropolit) wurde der Bruder von Wojciech, Gaudentius.

Dem Erzbischof von Gniezno wurden im Jahr 1000 als Suffragane die Bischöfe der zeitgleich errichteten Bistümer von Kołobrzeg in Pommern, Krakau und Breslau zugeordnet. Das mit Bischof Reinbern besetzte Bistum Kołobrzeg ging indes einige Jahre später wieder ein. Ab etwa 1075 gehörte auch der Bischof von Posen zur Kirchenprovinz Gniezno. Mit der Zirkumskriptionsbulle, auch als Bulle von Gniezno (1136) bekannt, bestätigte Papst Innozenz II. die Stellung des Erzbischofs von Gniezno und festigte die Zugehörigkeit der Suffraganbistümer.

Der Metropolit von Gniezno krönte die polnischen Könige und war ab 1412 Primas von Polen und Litauen. 1466 wurde das Bistum Kulm Suffragan von Gniezno. Ab 1572 war der Erzbischof als Primas von Polen bei Thronvakanz zugleich Interrex (Reichsverweser) des polnisch-litauischen Reiches.

1821 wurde mit der Bulle De salute animarum das Bistum Breslau von Papst Pius VII. aus der Kirchenprovinz Gnesen herausgelöst und direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt. Gleichzeitig wurde Gnesen in Personalunion mit dem Erzbistum Posen und 1946 mit dem Erzbistum Warschau verbunden. Mit der Umstrukturierung der polnischen Bistümer durch die Apostolische Konstitution Totus Tuus Poloniae Populus vom 25. März 1992 trennte Papst Johannes Paul II. die Personalunion für die Leitung der Bistümer Gniezno und Warschau wieder.

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