Karpatenvorland
KarpatenvorlandDie Woiwodschaft Podkarpackie liegt im Südostpolen und grenzt auf einer Länge von 134 km an die Slovakei und auf einer Länge von 236 km an die Ukraine. In der Woiwodschaft Podkarpackie wohnen 2.097 Mio. Einwohner, also 5,5 % der Gesamtbevölkerung Polens. Die Bevölkerungsdichte beträgt 118,7 Personen pro Quadratkilometer. Die Woiwodschaft Podkarpackie nimmt den 7. Platz in Bezug auf die Bevölkerungsdichte der polnischen Woiwodchaften ein. Im dicht bewohntesten Landkreis Lancut beträgt die Bevölkerungsdichte 172 Personen pro Quadratkilometer. Der am wenigsten bewohnte Landkreis ist Landkreis Bieszczady mit 26 Personen pro Quadratkilometer.
Informationen zur Region
Die Woiwodschaft Podkarpackie besteht aus 21 Land- und 4 Stadtlandkreisen sowie 159 Gemeinden: 16 städtischen, 29 städtisch- ländlichen i 114 ländlichen Gemeinden. 44 Ortschaften besitzen Stadtrechte. 47 sonstige Ortschaften besaßen die Stadtrechte, aber haben sie inzwischen aus wirtschaftlichen oder historischen Gründen verloren. Sie haben nur ihre städtische Bebauung mit dem Marktplatz als dem eigentlichen zentralen Punkt der Stadt beibehalten.
Die Woiwodschaft Podkarpackie umfasst zur Zeit drei getrennte physiographische Bereiche mit einmaliger Schönheit der Naturlandschaften. Im Norden liegt das Sandomierz -Becken, im mittleren das Karpatenvorland und im Süden erstrecken sich die Gebirgszüge der Kleinbeskiden- und Bieszczady - Gebirge. Die einzelnen Landschaften zeichnen sich durch erhebliche Höhenunterschiede aus, die von 130 m ü. d.M.. im Weichseltal bis über 1300 m ü.d.M. im Bieszczady- Gebirge reichen und große Klimaunterschiede, vom Tiefland-, über Bergvorland- bis zum Bergklima zur Folge haben. Dies hat einen wesentlichen Einfluss auf die Pflanzen- und reiche seltene Tierwelt. Ca. 35% der Gesamtfläche der Woiwodschaft Podkarpackie nehmen die Wälder ein. Über 45% der Woiwodschaftsfläche steht unter unterschiedlichen rechtlichen Formen des Naturschutzes: es gibt 2 Naturparke: Bieszczady- und Magura- Naturpark, 10 Landschaftsparke, sowie etliche Landschafts- und Naturschutzgebiete. Bemerkenswert ist es, dass der Bieszczady- Naturpark in die Bioreservatenliste der UNESCO aufgenommen wurde. Es ist ein Teil des polnisch- slovakisch- ukrainischen Bioreservats "OSTKARPATEN", des einzigen Bioreservats in der Welt, der auf Grund der Vereinbarung von drei Ländern gegründet wurde.
Die Woiwodschaft Podkarpackie gehört dank ihren Natur- und Kulturvorzügen zu den touristisch attraktivsten Gebieten in Polen und sogar auch in Europa. Jede ihrer geographischen Gebiete: Bieszczady- Gebirge, Kleinbeskiden sowie Sandomierz- Becken bieten hervorragende Bedingungen für Erholung und Landschaftstourismus. Attraktive gelegene Erholungszentren und agrotouristische Bauernhöfe verleiteten immer mehr Touristen dazu, ihren Urlaub in diesem Teil Polens zu verbringen. Diese Gebiete eigenen sich auch hervorragend für Bergtourismus und im Winter- für Abfahrts- und Langlauf. Alle Skifreaks haben hier über 40 Skilifte zur Verfügung.
Die Woiwodschaft Podkarpackie ist ein einmaliges Gebiet für verschiedene Formen des Aktivtourismus. Attraktive Wanderrouten in deb Bieszczady- und Kleinbeskiden Gebirgen, im Gebirgsvorland oder Ausflüge in die Wäldern der einstigen Sandomierz- und Solska- Urwälder bereiten nicht nur erfahrenen Touristen eine große Freude. Für zusätzliche Überraschungen für Wanderer können Begegnungen mit Wölfen, Bären, Wisenten oder Luchsen sorgen. In vielen Orten gibt es Naturwanderwege, die Schätze und Schönheiten hiesiger Natur kennenlernen lassen.Den Fahrradfreunden bieten wir interessante Fahrradwege- und Routen an. Auf die Segler wartet im Bieszczady-Gebirge eines der schönsten Gewässern in Polen der Solina See. Wir laden auch die Paddler herzlich ein. Die Paddelroute auf dem Fluss San von Sanok bis Przemysl gehört zu den bekanntesten Paddelrouten Polens. In der Podkarpackie- Region gibt es zahlreiche Reitzentren. Auf dem Gebiet des Bieszczady Nationalparks sind auch spezielle Routen für Reittourismus festgelegt.
Auch Gleitschirm- und Drachenflieger finden hier Orte, die fürs Fliegen sehr geeignet sind, z.B. Bezmiechowa neben der Stadt Lesko, wo man Rekordflüge unternehmen kann. Die unwegsamen Gegenden geben Ihnen ausgezeichnete Möglichkeiten dazu, mit den Geländewagen Steigungen zu erklimmen und abenteuerliche Pisten zu bewältigen.
Die größte touristische Attraktion der Woiwodschaft Podkarpackie ist zweifelsohne das Bieszczady-Gebirge, das als europäische Oase der wieder verwilderten Natur gilt. Die Natur, Landschaft und Kultur dieses Gebietes ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und wertvoll. Das Bieszczady-Gebirge wurde für den Tourismus noch in der Zwischenkriegszeit 1918-1939 erschlossen. Damals sind auch die ersten Berghütten in Sianki, Beniowa, Dydiowa oder Sokole entstanden. In dieser Zeit wurde auch die rote Józef- Pilsudski- Beskiden- Wanderroute von Sianki nach Krynica festgelegt. Der Marschall Pilsudski war in Sianki im Jahre 1929 und wanderte zusammen mit seinen Kindern bis zum Dobosz- Felsen auf dem Opolonek Gipfel. Die erste Gruppe, die diese Route nach dem 2. Weltkrieg durchwanderte, waren einige Freude aus Krakau unter Führung des jungen Priesters Karol Wojtyla, der in den nächsten Jahren mehrmals in die Bieszczady- und Kleinbeskiden- Gebirge zurückkehre und sich später als Erzbischof von Krakau im oberen Wislok ?Tal im Kleinbeskiden- Gebirge mehrmals erholte.
Geschichte und SehenswürdigheitenMehr als fünf Jahrhunderte lang lebten auf diesem Gebiet mehrere Generationen von Bojken, Polen und Juden. In diesem multikulturellen Schmelztiegel führten sie gemeinsam ihr diesseitige Leben. Der 2. Weltkrieg und spätere Aussiedlungen, die mit der sog. Aktion Weichsel endeten, haben das Antlitz desDie einheimische Bevölkerung ist weggegangen. Mit ihrem Weggang ist die kulturelle und Siedlungskontinuität unterbrochen. Das Streben der kommunistischem Machthaber, aus dem Bieszczady-Gebirge das sozialistische Mustergebiet zu machen, ist misslungen, denn es erwies sich sehr schnell, dass hiesige Klimabedingungen die Führung einer zentral gesteuerten Landwirtschaft unmöglich machen. Aber das Bieszczady-Gebirge, nun verlassen, entvölkert, zerstört, ein Gebiet, wo jetzt die Natur herrschte, das einst intensiv genutzte Gelände zurückeroberte und die immer wenigere Spuren der vergangenen Zeiten verhüllte, wurde zum Mekka für Menschen, die nach starken Erlebnissen suchten, für Dickhäutige und Träumer, für Leute mit Vergangenheit, aber ohne Zukunft. Sie kamen hierher aus ganz Polen, viele gaben schon am Anfang auf, die andren sind aber entgegen allen Widrigkeiten geblieben, einige blieben hier sogar für immer. Bieszczady-Gebirges unwiederbringlich geändert.
So wurde das Bieszczady-Gebirge zu einem ganz besonderen Gebiet, das sich durch die Verschiedenartigkeit der neunen Siedler, ihr buntes Leben und ihre Träume über Selbstverwirklichung auszeichnet.
Hier kann man immer noch die traditionellen Holzbauernhäuser, alte Friedhöfe oder ihre Überreste, orthodoxe Kirchen und Hauskapellen bewundern, die inmitten der malerischen Berge das einzigartige Antlitz dieses Gebietes prägen.
In der Woiwodschaft Podkarpackie gibt es viele solche Bauten. Ein großer Teil davon ist jetzt in den Freilichtmuseen zu besichtigen, darunter im ethnographischem Freilichtmuseum in Sanok, dem größten Museum dieser Art in Polen. Viele der an ihren ursprünglichen Orten gebliebenen Bauten bilden jetzt die vor einigen Jahren entstandene Route der Holzarchitektur?.
Die Route der Holzarchitektur ist 3037 km lang, wobei insgesamt 9 Teilrouten mit der Gesamtlänge von 1202 km auf dem Gebiet der Woiwodschaft Podkarpackie liegen.. Die Route besteht in allen Woiwodschaften insgesamt aus 448 Bauten - 127 Bauten liegen in der Woiwodschaft Podkarpackie. Zwei von diesen Bauten -: die Kirche in Haczów, im 14. Jahrhundert gebaut, die älteste Holzkirche in Polen und zugleich die größte gotische Holzkirche in der Welt sowie das Pfarrgebäudekomplex in Blizne mit einer Holzkirche aus dem 16. Jahrhundert mit einer Polychromie, die die einzigartige sog. Volksbibel darstellt - wurden in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.
Zu den wertvollsten Sakralbauten der Woiwodschaft Podkarpackie zählen auch die im 15. Jahrhundert errichtete orthodoxe Mauerwehrkirche in Posada Rybotycka, und die 1510 gebaute, älteste orthodoxe Klosterkirche in Ulucz mit einzigartiger Polychromie aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
Zu den interessantesten weltlichen Bauten gehören: das Renaissance- Leszczynski-Schloss in Baranów Sandomierski, das auch als Kleiner Wawel bezeichnet wird, Lubomirski-und Potocki-Schloss in Lancut eine der am besten erhaltenen Magnatenresidenzen mit der europaweit einmaligem Kutschehaus und altem Parkbaumbestand, Krasicki-Schloss in Krasiczyn eine weitere Perle der polnischen Renaissance neben dem Wawel-Schloss und dem Schloss in Baranów Sandomierski, Kasimir-Schloss in Przemysl, Lubomirski-Schloss in Rzeszów, Lubomirski -Sommerpalais in Rzeszów.
In der Woiwodschaft Podkarpackie gibt es Orte, denen man nicht ausweichen darf, die man sich anschauen muss, weil sie in vielerlei Hinsicht einmalig sind: als Zeuge wichtiger historischer Ereignisse, deren Spuren bis heute geblieben sind, als Aussichtspunkte, von denen man unbeschreibliche Landschaften bewundern kann, als große Errungenschaften hiesiger Einwohner. Gerade in Stepina (Gemeinde Frysztak, Landkreis Strzyzów) gibt es eine von Hitlers Hauptquartieren, die von den Deutschen während des 2. Weltkrieges gebaut wurde. In Krosno kann man sich im Podkarpackie- Museum die größte und attraktivste Petroleumlampensammlung in ganz Europa anschauen. In dieser Region gibt es viele andere touristische Attraktionen, z. B. Reste der monumentalen frühmittelalterlichen Burganlage in Trzcina, die zu der wichtigsten, gut erhaltenen archäologischen Sehenswürdigkeiten in Polen gehört. Schon in ca. 3 Jahren wird hier ein archäologisches Freilichtmuseum Karpaten-Troja entstehen.
Zum einmaligen Abenteuer und einem unvergesslichen Geschichtsunterricht kann die Erschließung von Themenrouten sein, die historischen, kulturellen und Naturbesonderheiten unserer Woiwodchaft präsentieren:
Der-brave-Soldat-Schwejk-Route ist ein Versuch die Route nachzubilden, die der Held des Romans von Jaroslav Hašek durchwanderte. Auf der Route wurden Informationstafeln mit dem Routenschema, Informationen über die Einzelheiten von Schwejks Aufenthalt in jeweiligem Ort und den Zusammenhang mit der Geschichte Galiziens in der Zeit der k. u. k Monarchie aufgestellt.
Töpferroute sie umfasst die Gebiete des einstigen polenweit größten Töpfereizentrum, wo in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts fast 120 Töpferwerkstätte funktionierten.
Ikonenroute in den Oslawa- und San-Tälern, auf der man wertvolle Sehenswürdigkeiten der Holzarchitektur in den Kleinbeskiden- und Bieszczady- Gebirgen besichtigen kann
Erdölroute, die die Orte der Geburt und Geschichte der Erdölindustrie miteinander verbindet.
Papstroute, die zum Gedenken an die Aufenthalte des Großen Polen von Magura Watkowska bis Komancza festgelegt wurde.
Route der Nester der Familie Lubomirski, die durch die interessanteren Orte in der Woiwodschaft Podkarpackie und im Kreis Presov in der Slovakei führt, die mit der Geschichte dieses Magnatengeschlechts verbunden sind. Gemeinsam für alle Orte sind historische Bauten, die vom 16. bis zu. 19. Jahrhundert errichtet wurden.
Die Aleksander Fredro- Route - eine 450-lange- Strecke, die durch die mit der Familie Fredro verbundenen Orte führt, von den Ruine der Kamieniec -Burg zwischen Korczyna und Odrzykon, über Korczyna, Kroscienko Wyzne, Hoczew, Cisna, Lesko, Grenzübergang Kroscienko-Smolnica, Sambor, Rudki, Benkowa Wisznia, Jatwiegi, Lubien Wielki, Lemberg, Przylbice, Grenzübergang Szeginie-Medyka, Przemysl, Surochów bei Jaroslaw, Nienadowa wieder bis zum "Kamieniec"- Schloss.
Touristik
Immer zahlreichere Touristen werden als willkommene Gäste unserer Woiwodschaft begrüßt. Die immer bessere touristische Infrastruktur, Erhöhung der Qualität und Erweiterung des touristischen Angebots sowie wachsende Zahl von Verkehrsverbindungen ziehen die Touristen an und verleiten sie dazu, die Wanderungen durch die interessantesten Orte der Woiwodschaft Podkarpackie zu unternehmen. Sehr populär sind seit einigen Jahren Aufenthalte auf den agrotouristischen Bauernhöfen, wo man in häuslicher und familiärer Atmosphäre seinen Urlaub mit verschiedenen von den Gastwirten angebotenen Attraktionen für wenig Geld angenehm und aktiv verbringen kann.
Das touristische Angebot unserer Woiwodschaft ist aber sehr viel umfassender: mehrere Kilometer der Wander-, Reit- und Radwege, Unterkunftsbasis, die an die Finanzmöglichkeiten jedes Touristen angepasst ist sowie zahlreiche, darunter auch internationale Kultur- und Sportveranstaltungen.
Zum wertvollen Potential der Woiowodschaft Podkarpackie gehören zweifelsohne zahlreiche Mineralquellen, deren Vorkommen in 150 Ortschaften festgestellt wurde. Leider werden sie nur in vier Ortschaften: Horyniec-Zdrój, Iwonicz-Zdrój, Polanczyk-Zdrój und Rymanów- Zdrój für Kurzwecke verwendet.
Auf Grund der Mineralquellen entstanden zahlreiche Kurhäuser, die eine komplexe medizinische Betreuung unter Aufsicht von erfahrenen Ärzten anbieten. In den Kurorten wurde umfangreiche Erholungsinfrastruktur geschaffen, die die Kuraufenthalte abwechslungsreicher gestalten hilft und die Möglichkeit dafür gibt, die nicht nur in Polen, sondern auch in ganz Europa einzigartigen landschaftlichen, kulturellen und Naturbesonderheiten zu präsentieren.
Wir laden Sie herzlich dazu ein, die Woiwodschaft Podkarpackie zu besuchen und sich von ihrem einmaligen Potential selbst zu überzeugen.

