Ratibor / Racibórz

Ratibor / Racibórz

von 1173 bis 1336 war sie Residenzort des piastischen und von 1337 bis 1521 des přemyslidischen Herzogtums Ratibor.

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Ratibor, das an einer uralten Furt über die Oder entstand, gehört zu den ältesten Städten Oberschlesiens. Die rechts der Oder gelegene Wallburg mit der Siedlung Ostrog sollte den Flussübergang schützen, der an einer Handelsstraße von der Mährischen Pforte nach Krakau führte. Die Burg wurde erstmals 1108 von dem Benediktinermönch Gallus Anonymus erwähnt, der über kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem polnischen Herzog Bolesław III. Schiefmund und den Mährern berichtete.

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Die Burg Ratibor, die auch als Herzogsschloss bezeichnet wird, entstand an der Stelle der im Jahre 1108 erstmals erwähnten Wallburg, einer Befestigungsanlage mit Holz-Erde-Ringwall. Sie wurde ab dem 13. Jahrhundert durch einen Backsteinbau ersetzt und von 1603 bis 1636 neu errichtet und erweitert.

Nachdem sie ab Anfang des 19. Jahrhunderts nicht mehr als Residenz benutzt wurde, wurde der westliche Teil zu einer Brauerei ausgebaut und 1846 Büroräume eingerichtet. Nach einem Brand 1858 erfolgte ein Wiederaufbau des West- und Nordflügels sowie eine Erweiterung der Brauerei. Nach den Zerstörungen bei Kriegsende 1945 erfolgten Wiederherstellungsarbeiten.

Die dem hl. Thomas von Canterbury geweihte Burgkapelle wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts zusammen mit einem Kollegiatstift vom Breslauer Bischof Thomas II. gestiftet. Sie ist von großer kunsthistorischer und geschichtlicher Bedeutung. Es ist ein einschiffiger, dreijochiger Bau im hochgotischen Stil. Der kleine, rechteckige Bau (6,6 × 13,2 m) wird von einem steilen Satteldach bedeckt und an der Westfassade von einem schlanken neugotischen Dachreiter überragt. Ursprünglich war die Kapelle eine Doppelkirche wie die Kreuzkirche in Breslau. Seit dem Abriss des Zwischengewölbes sind die unterhalb der Fenster eingelassenen kunstvollen Sitznischen der Stiftskanoniker in der ehemaligen Oberkirche nicht mehr auf Bodenniveau. Trotz der vielen Umbauten und Renovierungen der vergangenen Jahrhunderte konnten sich im Innern noch qualitätvolle bauplastische Elemente der Gotik erhalten, wie die Kapitelle oder die Bogennischen mit Wimpergen.[8]

Die barocke Mariensäule auf dem Ring wurde aus Dank für das Überstehen einer Cholera-Epidemie in Ratibor von der Gräfin Gaschin gestiftet. Die mit reichem Figurenschmuck versehene Säule schuf der Bildhauer Johann Melchior Österreich in den Jahren 1725 bis 1727.

Die Mariä-Himmelfahrt-Kirche, die auch als Liebfrauenkirche bezeichnet wird, entstand nach 1300 an der Stelle eines Vorgängerbaus. Ihre gotische Gestalt mit dreischiffigem Langhaus und einschiffigem Chor erhielt sie im 14. Jahrhundert. Da sie seit 1416 als Kollegiatkirche diente, wurde 1416/17 ein Kapitelsaal mit Schatzkammer errichtet. Von 1426 bis 1446 wurde sie um die dem Stadtpatron hl. Marcellus geweihte Kapelle erweitert, die seit 1658, als sie dem polnischen Prediger zugewiesen wurde, auch als polnische Kapelle bezeichnet wurde. Den architektonischen Hauptaltar im Stil des Frühbarock schuf 1656/60 der Bildhauer Salomon Steinhoff, von dem auch das nicht mehr erhaltene Kanonikergestühl stammte. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs erfolgte ein Wiederaufbau.

Die jetzt als Stadtmuseum dienende ehemalige Klosterkirche der Dominikanerinnen ist ein einschiffiger, frühgotischer Backsteinbau. Sie wurde zusammen mit dem Jungfrauenstift zwischen 1299 und 1306 von Herzog Primislaus gestiftet und erst 1335 geweiht. Nach einem Brand von 1637 wurde die Kirche wiederaufgebaut und mit einem barocken Dachreiter versehen. Nach der Säkularisation diente sie von 1813 bis 1916 als evangelisches Gotteshaus. Seit 1927 ist in ihr das Stadtmuseum untergebracht.

Die Filialkirche St. Jakobus d. Ä. (St.-Jakobi-Kirche) wurde 1246 von Herzog Mieszko II. gestiftet und 1258 geweiht. Die ehemalige Dominikaner-Klosterkirche ist eine gotische Backsteinkirche, die nach Bränden mehrmals wiederaufgebaut wurde. Sie enthält eine barocke Innenausstattung sowie eine Gruft der Grafen Gaschin. Die Klostergebäude wurde nach der Säkularisation 1810 abgerissen.

Die Wallfahrtskirche St. Maria wurde zwischen 1723 und 1736 als Wandpfeilerkirche errichtet. Der neubarocke Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1870, die vier spätbarocken Seitenaltäre und die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert.

Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde von 1900 bis 1902 nach Entwurf des Architekten Ludwig Schneider anstelle einer gotischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Sie enthält eine einheitliche neugotische Innenausstattung.

Der Stockhausturm (baszta miejska oder baszta więzienna) ist ein Wehrturm, der zur Stadtmauer gehörte, die erstmals 1306 erwähnt und 1817 bis 1828 geschleift wurde. In seiner heutigen Form wurde der Stockhausturm 1574 im Stil der Renaissance gebaut. Der recht niedrige Wehrturm ist im oberen Bereich durch ein breites Gesims und darüberliegende Blendarkaden gegliedert. Den Stockhausturm zeichnen vier Flankierungstürmchen aus, die das flache Zeltdach überragen.

Das spätklassizistische Gerichtsgebäude wurde in den Jahren 1823 bis 1826 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels errichtet.

Der katholisch-evangelische Friedhof an der ulica Opawska ist heute ein nach der deutschen Partnerstadt Roth benannter Park. Nur ein Grabstein zeugt noch von der früheren Nutzung.

Das Eichendorff-Denkmal steht in der Nähe der Mariä-Himmelfahrt-Kirche (Liebfrauenkirche).

Die Nepomukfigur im Stadtteil Ostrog wurde um 1733 von Karl Heinrich Graf von Sobeck gestiftet und von Johann Melchior Oesterreich ausgeführt. Die spätbarocke Steinfigur auf einem hohen Postament mit Wappenkartusche und Chronogramm ist von Engeln umgeben. Info: wikipedia

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