Geographie
TerritoriumPolen liegt in der Mitte Europas. In der Nähe von Warszawa (Warschau) befindet sich der geometrische Mittelpunkt Europas, hier schneiden sich die Linien, die die Kaps Nordkinn (Norwegen), Matapan Peloponnes (Griechenland), Rocha (Portugal) und den Mittelural (Russland) verbinden. Durch Polen verläuft die Grenze, die den Kontinentalblock Osteuropas von Westeuropa trennt.
Die Fläche Polens beträgt 322.500 km2 (312.600 km2 Festland, 1200 km2 Binnengewässer und 8700 km2 Ostsee). Damit steht Polen an 9. Stelle in Europa und an 63. Stelle in der Welt.
Die Grenzen
Die Grenzen des polnischen Staatsgebietes unterlagen in Vergangenheit oftmaligen Veränderungen. Während einige Regionen nur zeitweise zu Polen gehörten, gab es auch immerwährend polnische Gebiete entlang der Flüsse Warta (Warthe) und Wisla (Weichsel) sowie zwischen den Karpaten und der Ostsee. Vom 16. bis zum 18. Jh. hatte Polen eine Fläche von 1 Mio. km2. Vor den Teilungen (18. Jh.) betrug sie 733 000 km2. Im Jahre 1795 wurde Polen von Russland, Preußen und Österreich annektiert und verschwand für 123 Jahre von der Landkarte Europas.
Polens heutige Grenzen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von den Siegermächten Großbritannien, USA und UdSSR auf den Friedenskonferenzen von Jalta und Potsdam festgelegt, wodurch das Land 20% seines Territoriums einbüßte. Die Grenzen wurden in den Norden und in den Westen verschoben - die nördliche bis zur Ostsee, Warmia (Ermland) und Mazury (Masuren), die westliche bis zur Odra (Oder) und Nysa Luzycka (Lausitzer Neiße), die östliche verlief von nun an entlang des Flusses Bug. Polen vergrößerte damit seine Fläche im Norden und Westen um 100 000 km2 (Warmia und Mazury [Ermland und Masuren], Pojezierze Pomorskie [Pommersche Seenplatte], das Lubusker Gebiet, Dolny Slask [Niederschlesien] und ein Teil von Górny Slask [Oberschlesien]). Gleichzeitig verlor es einen Teil seiner Ostgebiete, die der UdSSR angeschlossen wurden. Außerhalb Polens befanden sich nach 1945 etwa 78 000 km2 des Vorkriegsterritoriums (Wilenszczyzna, Polesie, Wolyn, Podole). Infolge dieser Änderungen ist das heutige Territorium Polens mit jenem vor 1000 Jahren vergleichbar.
Landschaft.
Der Großteil der polnischen Landesfläche (91,3%) liegt unter 300 m. Die höchste Erhebung ist der Rysy-Gipfel in der Hohen Tatra mit 2499 m, der niedrigste Punkt befindet sich westlich des Dorfes Raczki Elblaskie 1,8 m unter dem Meeresspiegel. Die am höchsten gelegene Ortschaft ist mit 1125 m ü.d.M. der Stadtteil Gubalówka in Zakopane und am niedrigsten liegt Zólwiniec mit - 1,3 m. Polen durchziehen drei Gebirgsstreifen - die Karpaten, die Sudeten (höchster Gipfel: Sniezka mit 1602 m [Schneekoppe]) und einer der ältesten Gebirgszüge Europas: die Góry Swietokrzyskie [Heiligkreuzgebirge], die vor 650 Mio. Jahren entstanden ist (höchster Gipfel: Lysica [Kahler Berg] mit 612 m). Die längsten Flüsse sind: die Wisla (Weichsel) mit 1047 km, die Odra (Oder) mit 854 km, die Warta (Warthe) mit 808 km, der Bug mit 772 km, die Narew mit 484 km, der San mit 443 km, der Notec ,mit 388 km, die Pilica mit 319 km, der Wieprz mit 303 km und Bóbr mit einer Flusslänge von 272 km. In Polen gibt es etwa 9300 Seen mit einer Oberfläche von 1 ha. Sie nehmen 1% der Landesfläche ein. Der größte liegt auf der Masurischen Seenplatte: Jezioro Sniardwy (Spirdingsee, 113,8 km2) und der tiefste - Hancza (108,5 m) in Podlasie (Podlachien).
Flora und Fauna
In Polen gibt es Gegenden, in denen die Natur europaweit und sogar darüber hinaus einzigartig ist. Teilweise ist sie noch unberührt wie das wilde, wenig bevölkerte Bieszczady-Gebirge mit wunderschönen Hochgebirgswiesen oder die unzugänglichen, im Frühling überfluteten Wiesen am Fluss Biebrza, an dem viele seltene Vogelarten nisten, die zum Teil nirgendwo anders in Europa vorkommen.
Zu Polens Schätzen zählen alten Eichen, die in einem großen Eichenwald in Rogalin bei Poznan / Posen wachsen. In der Woiwodschaft Kielce steht die 1000-jährige Eiche "Bartek", die lange als Polens größter und ältester Baum galt. Über Bartek gibt es unzählige Sagen. Eine von ihnen erzählt, dass unter diesem berühmtesten polnischen Baum im Mittelalter König Kazimierz Wielki / Kasimir der Große ein Gerichtsverfahren durchgeführt haben soll. In Wirklichkeit ist jedoch die nordöstlich von Jelenia Góra / Hirschberg, in Henryków Lubanski wachsende Eibe das älteste Gewächs. Mit schätzungsweise 1250 Jahren ist sie sogar älter als der polnische Staat.
FLORA: LAND DER WÄLDER UND WIESEN
Von den mitteleuropäischen Ländern hat Polen die meisten Pflanzenarten und die artenreichsten Waldbiotope, weil es im Tiefland, in der Zone des gemäßigten Klimas mit Übergangscharakter liegt.
Zwergbirken und Zwergkirschen
Die heutige Pflanzenwelt ist geprägt von Klimaschwankungen, vom Standortwechsel der Pflanzen und ihrer Verbreitung nach der letzten Eiszeit. Es gibt in Polen über 2300 Arten von Gefäßpflanzen, 600 Moos-, 250 Lebermoos- und 1600 Flechtenarten. Da es sowohl im Osten als auch im Westen des Landes keine natürlichen Barrieren gibt, können sich Pflanzen und Tiere ungehindert ausbreiten. So sind die meisten Gefäßpflanzen "zugewandert". Diese Arten machen 60 % der gesamten Pflanzenwelt Polens aus. Dazu gehören Baumarten wie die Gemeine Stieleiche sowie Stieleiche, Schwarzerle, Ulme, Birke und die Kleinblättrige Linde.
In Polen gibt es Pflanzen verschiedener Herkunft: euroasiatische und nordamerikanische wie die Preiselbeere, arktisch-boreale, d. h. dem nördlichen Klima zugehörende, wie die Zwergbirke, mitteleuropäische wie Tanne und Buche und viele andere sowie westeuropäische wie die Glockenheide (Erika). Aus dem Schwarzmeerraum, aus Podolien und aus Ungarn stammen die Zwergkirsche und das gelb blühende, für trockene Kalksteinwiesen typische Adonisröschen. Es gibt allerdings nur wenige Pflanzen, die für den Mittelmeerraum typisch sind.
Für 40 % der Pflanzenarten ist Polen die Grenze ihres Verbreitungsgebiets. Es ist die nördliche Grenze, bis zu der u. a. die Breitblättrige Linde, die Europäischen Lärche und die Schwarzpappel vorkommen. Ihre östliche und nordöstliche Grenze erreichen hier atlantische und subatlantische Pflanzenarten wie Buche, Bergahorn, Feldahorn, Stiellose Eiche und die für das Ostseegebiet typische Sumpfglockenheide. Die südliche Grenze betrifft in Polen nur die in den Niederungen an der Ostsee auftretende schwedische Eberesche und seltene im nördlichen Klima vorkommende Pflanzen wie Zwergbirke und Lapplandweide. Für 10 % der Pflanzenarten verläuft durch Polen ihre westliche Verbreitungsgrenze.
Es gibt auch einige örtlich begrenzt auftretende (= endemische) Pflanzenarten, und zwar hauptsächlich in den Karpaten wie z. B. das Edle Rispengras und der Augentrost, in der Gegend von Babia Góra das Laserkraut /laserpitium archangelica/, das an der oberen Waldgrenze wächst und bis zu 2 m hoch wird sowie im Pieniny-Gebirge der einer Chrysantheme ähnelnde Zawadzki-Rainfarn.
Es gibt auch einige örtlich begrenzt auftretende (= endemische) Pflanzenarten, und zwar hauptsächlich in den Karpaten wie z. B. das Edle Rispengras und der Augentrost, in der Gegend von Babia Góra das Laserkraut /laserpitium archangelica/, das an der oberen Waldgrenze wächst und bis zu 2 m hoch wird sowie im Pieniny-Gebirge der einer Chrysantheme ähnelnde Zawadzki-Rainfarn.
In den Sudeten treten nur im Riesengebirge / Karkonosze ebereschenartige Bäume /sorbus torminalis/ auf.
In den Tief- und Hochlandgebieten wurden etwa 15 endemische und subendemische Pflanzenarten gezählt, z. B. Polnische Lärche, Schwarzbirke und Ojców-Birke. Einige örtlich begrenzt auftretende Pflanzenarten treten inselartig auf und sind Überbleibsel aus früheren Epochen. Relikte aus der Eiszeit sind z. B. Tatra-Feldrittersporn, Waldnelke, Tatra-Steinbrech, Lapplandweide und Zwergbirke. Zu den bekanntesten Überbleibseln gehört die Zirbelkiefer, die ausschließlich in der Tatra vorkommt. Ein Beispiel eines Steppenrelikts ist der Gelbe Rhododendron. In den Sumpfgebieten, an Talrändern und an Seeufern findet man vor allem Erlenwälder, in denen es vorwiegend Schwarzerlen gibt. Die im Unterholz dieser schattigen Wälder wachsenden Kletterpflanzen können sich vom feuchten Boden einige Meter hochranken. Hier wächst auch der größte polnische Farn - der Königsfarn. Wiesenwälder, die meistens in feuchten Gebieten vorkommen, findet man seltener, und zwar nur auf der Masurischen Seenplatte sowie in den Tälern großer Flüsse wie Weichsel, Oder und Warthe.
Von außerordentlicher Bedeutung für die Natur ist das Sumpfland um den Fluss Biebrza. Es liegt westlich vom Fluss Bug und ist das größte, fast unberührte Sumpfgebiet der Europäischen Tiefebene. Es gibt dort zahlreiche, für Nordeuropa typische Pflanzenarten sowie Pflanzenrelikte, die die Eiszeit überstanden haben wie z. B. verschiedene Riedgrasarten.
Die Landschaft bestimmt die Biebrza, der einzige Fluss in Europa, der im gesamten Verlauf seinen natürlichen Charakter behalten hat. Das Flusstal besteht aus drei Sumpfbecken, die miteinander verbunden sind. Durch das geringe Gefälle und den Fluss Narew, der in die Biebrza mündet und Wall anschwemmt, fließt der Biebrza sehr langsam. Sie hat viele Mäander und überschwemmt im Frühling die umliegenden Wiesen. In ihr eigentliches Flussbett kehrt sie manchmal erst im Spätsommer zurück. Man sieht hier nur wenige Hügel, Gebüschspitzen und Heuschober. Im abwechslungsreichsten, mittleren Becken befindet sich der Rote Sumpf / Czerwone Bagno. Es ist eines der größten mit Sumpfwald bewachsenen polnischen Torfmoorgebiete. Am Rande dieses Beckens wachsen die einzigen Sumpfbirkenwälder Polens. Am nördlichen Becken, wo das Wasser in kleineren Mengen austritt, kommen viele seltene Pflanzen vor. Durch das südliche Becken schlängelt sich behäbig der Fluss.
Urwälder, Heiden und Wälder
Polen war ursprünglich größtenteils von Wald bedeckt. Jetzt sind noch 28 % der Landesfläche Wald, der seinen Pflanzenbestand größtenteils stark verändert hat. Die größten Waldflächen blieben in den Karpaten, in den Sudeten und auf den Seenplatten erhalten. Wenig Wald gibt es dagegen in Mittelpolen. Die ehemaligen Urwälder Masowiens sind nur rudimentär erhalten geblieben. Wälder gibt es dort nur noch auf unfruchtbaren Sanddünen und in Sumpfgebieten.
Ursprünglich waren die Gebiete Polens meist mit Laubwäldern bewachsen: in Flusstälern überwogen Weiden und Pappeln, in den Sumpfgebieten Erlen, und in anderen Landesteilen Mischwälder, die hauptsächlich aus Eiche, Hainbuche und Linde bestanden. In den Mischwäldern kommen je nach Region auch Buche, Fichte und Ahorn vor. Die Vielfalt der Baumarten begünstigt die Existenz zahlreicher Tierarten.
Nach 1945 wurde Polen vorwiegend mit Nadelbäumen bewaldet, was sich auf den Laubbaumbestand negativ auswirkte. Man legte regelrechte Kiefernplantagen an, da in der Regel unfruchtbarer Sandboden bewaldet wurde, der für den Getreideanbau ungeeignet war. Zurzeit gibt es 57 000 km2 Kiefernwald, 3300 km2 Buchenwald und 2000 km2 Tannenwald. Nadelbäume sind sehr anfällig gegen unreine Luft und Schädlinge, besonders, wenn ein ganzer Wald aus nur einer Baumart besteht. In den letzten 20 Jahren hat sich die Fläche der polnischen Waldbestände kaum verändert. Man arbeitet an der Vergrößerung des Laubbaumbestandes. Es gibt auch immer mehr verhältnismäßig alte Wälder.
In Polen findet man meist Nadelbaumwälder, in denen die Gemeine Kiefer (70 %) und die Gemeine Fichte vorherrschen. Die Kiefer kann auf verschiedenen Bodenarten und unter extremen Feuchtigkeitsbedingungen gedeihen. Sie ist auch in klimatischer Hinsicht sehr widerstandsfähig. Auf den Gebieten Polens erschien sie nach der Eiszeit und überlebte sämtliche Klimaschwankungen. Nur im Gebirge räumte sie Fichte, Tanne und Buche den Platz. Der Kiefernwald hat ein sehr spezifisches Unterholz. Es besteht vor allem aus Beeren, Wacholder und aus einer Vielzahl von Moos- und Flechtenarten.
In den Tief- und Hochlandgebieten wurden etwa 15 endemische und subendemische Pflanzenarten gezählt, z. B. Polnische Lärche, Schwarzbirke und Ojców-Birke. Einige örtlich begrenzt auftretende Pflanzenarten treten inselartig auf und sind Überbleibsel aus früheren Epochen. Relikte aus der Eiszeit sind z. B. Tatra-Feldrittersporn, Waldnelke, Tatra-Steinbrech, Lapplandweide und Zwergbirke. Zu den bekanntesten Überbleibseln gehört die Zirbelkiefer, die ausschließlich in der Tatra vorkommt. Ein Beispiel eines Steppenrelikts ist der Gelbe Rhododendron. In den Sumpfgebieten, an Talrändern und an Seeufern findet man vor allem Erlenwälder, in denen es vorwiegend Schwarzerlen gibt. Die im Unterholz dieser schattigen Wälder wachsenden Kletterpflanzen können sich vom feuchten Boden einige Meter hochranken. Hier wächst auch der größte polnische Farn - der Königsfarn. Wiesenwälder, die meistens in feuchten Gebieten vorkommen, findet man seltener, und zwar nur auf der Masurischen Seenplatte sowie in den Tälern großer Flüsse wie Weichsel, Oder und Warthe.
Von außerordentlicher Bedeutung für die Natur ist das Sumpfland um den Fluss Biebrza. Es liegt westlich vom Fluss Bug und ist das größte, fast unberührte Sumpfgebiet der Europäischen Tiefebene. Es gibt dort zahlreiche, für Nordeuropa typische Pflanzenarten sowie Pflanzenrelikte, die die Eiszeit überstanden haben wie z. B. verschiedene Riedgrasarten.
Die Landschaft bestimmt die Biebrza, der einzige Fluss in Europa, der im gesamten Verlauf seinen natürlichen Charakter behalten hat. Das Flusstal besteht aus drei Sumpfbecken, die miteinander verbunden sind. Durch das geringe Gefälle und den Fluss Narew, der in die Biebrza mündet und Wall anschwemmt, fließt der Biebrza sehr langsam. Sie hat viele Mäander und überschwemmt im Frühling die umliegenden Wiesen. In ihr eigentliches Flussbett kehrt sie manchmal erst im Spätsommer zurück. Man sieht hier nur wenige Hügel, Gebüschspitzen und Heuschober. Im abwechslungsreichsten, mittleren Becken befindet sich der Rote Sumpf / Czerwone Bagno. Es ist eines der größten mit Sumpfwald bewachsenen polnischen Torfmoorgebiete. Am Rande dieses Beckens wachsen die einzigen Sumpfbirkenwälder Polens. Am nördlichen Becken, wo das Wasser in kleineren Mengen austritt, kommen viele seltene Pflanzen vor. Durch das südliche Becken schlängelt sich behäbig der Fluss.
Urwälder, Heiden und Wälder
Polen war ursprünglich größtenteils von Wald bedeckt. Jetzt sind noch 28 % der Landesfläche Wald, der seinen Pflanzenbestand größtenteils stark verändert hat. Die größten Waldflächen blieben in den Karpaten, in den Sudeten und auf den Seenplatten erhalten. Wenig Wald gibt es dagegen in Mittelpolen. Die ehemaligen Urwälder Masowiens sind nur rudimentär erhalten geblieben. Wälder gibt es dort nur noch auf unfruchtbaren Sanddünen und in Sumpfgebieten.
Ursprünglich waren die Gebiete Polens meist mit Laubwäldern bewachsen: in Flusstälern überwogen Weiden und Pappeln, in den Sumpfgebieten Erlen, und in anderen Landesteilen Mischwälder, die hauptsächlich aus Eiche, Hainbuche und Linde bestanden. In den Mischwäldern kommen je nach Region auch Buche, Fichte und Ahorn vor. Die Vielfalt der Baumarten begünstigt die Existenz zahlreicher Tierarten.
Nach 1945 wurde Polen vorwiegend mit Nadelbäumen bewaldet, was sich auf den Laubbaumbestand negativ auswirkte. Man legte regelrechte Kiefernplantagen an, da in der Regel unfruchtbarer Sandboden bewaldet wurde, der für den Getreideanbau ungeeignet war. Zurzeit gibt es 57 000 km2 Kiefernwald, 3300 km2 Buchenwald und 2000 km2 Tannenwald. Nadelbäume sind sehr anfällig gegen unreine Luft und Schädlinge, besonders, wenn ein ganzer Wald aus nur einer Baumart besteht. In den letzten 20 Jahren hat sich die Fläche der polnischen Waldbestände kaum verändert. Man arbeitet an der Vergrößerung des Laubbaumbestandes. Es gibt auch immer mehr verhältnismäßig alte Wälder.
In Polen findet man meist Nadelbaumwälder, in denen die Gemeine Kiefer (70 %) und die Gemeine Fichte vorherrschen. Die Kiefer kann auf verschiedenen Bodenarten und unter extremen Feuchtigkeitsbedingungen gedeihen. Sie ist auch in klimatischer Hinsicht sehr widerstandsfähig. Auf den Gebieten Polens erschien sie nach der Eiszeit und überlebte sämtliche Klimaschwankungen. Nur im Gebirge räumte sie Fichte, Tanne und Buche den Platz. Der Kiefernwald hat ein sehr spezifisches Unterholz. Es besteht vor allem aus Beeren, Wacholder und aus einer Vielzahl von Moos- und Flechtenarten.
Ein rohes Klima verträgt hingegen die Fichte sehr gut - deswegen wächst sie vor allem im Gebirge und im Nordosten des Landes, wo sie dunkle, homogene Wälder bildet, deren Unterholz häufig nur aus Moos, Farnen und Beerensträuchern besteht.
Die Nadelwälder machen 70 % der gesamten Waldfläche aus. Die tiefsten Wälder gibt es in den Urwäldern von Augustów, Pisz, im Notec-Urwald in der Tuchler Heide / Bory Tucholskie und im Urwald Dolnoslaski / Niederschlesien. Es sind ebenfalls Teile von Mischwäldern erhalten geblieben. In den Mischwäldern der Seenplatten dominiert die Buche und im Gebirge die Lärche.
Auf mineralreichen Böden stehen Laubwälder, die sich hauptsächlich aus Eiche und Weißbuche zusammensetzen sowie Buchenwälder. Gut erhaltene Eichen- und Weißbuchenwälder gibt es im Bialowieza-Urwald (Ostpolen) und in der Kampinos-Heide bei Warschau. Und im Heiligkreuzgebirge / Góry Swietokrzyskie bilden Tannen und Buchen Mischwälder.
Wälder mit größerem Buchenanteil findet man in folgenden Gebieten: an Berghängen sowie auf der Pommerschen Seenplatte / Pojezierze Pomorskie, im Westen der Masurischen Seenplatte / Pojezierze Mazurskie, auf der Hochebene von Lublin und im Bieszczady-Gebirge. Zu den schönsten Buchenwäldern zählen die Lasy Kadynskie bei Elblag / Elbing und die Puszcza Bukowa / Buchenheide bei Szczecin / Stettin, wo die Pommersche Buche überwiegt.
Am schönsten sind die Buchen- und Mischwälder im Frühling, wenn die Natur zum Leben erwacht und die meisten Pflanzen zu blühen beginnen. Da sie reif werden müssen, bevor die Bäume Blätter bekommen und die Sonne verdecken, ist der Waldboden nach den ersten sonnigen Tagen kaum wiederzuerkennen. Es bilden sich bunte Teppiche blühender Anemonen, Veilchen und Leberblümchen.
Die schönsten Wälder Westpolens sind der Sand-Urwald / Puszcza Piaskowa, der Wald im Oder-Tal bei Cedynia und jener am westlichen Rand der Soldiner Seenplatte / Pojezierze Mysliborskie. Der Sand-Urwald war einst viel umfangreicher und bedeckte das Gebiet um die Oder. Der Name stammt von der Ortschaft Piasek, polnisch: Sand. Über die Hälfte des Baumbestandes machen Laubbäume aus: mitunter 250-300 Jahre alte Eichen, die ältesten sind 350-400 Jahre alt. Von der Einzigartigkeit der hiesigen Pflanzenwelt zeugen auch die wärmeliebenden Gras- und Straucharten.
Der wertvollste Wald Polens
Polen ist das einzige Land, in dem das letzte Fragment des riesigen Urwalds erhalten geblieben ist, der vor 1000 Jahren das europäische Tiefland größtenteils bedeckte. Dieser Wald reicht weit bis nach Weißrussland und umfasst in Polen das Bielsker Flachland und die Gebiete der Flüsse Narewka und Lesna (Nebenfluss des Bug), Puszcza Bialowieska / Bialowieza-Urwald genannt. Der zu Polen gehörende Teil des Urwalds ist 580 km2 groß.
Bereits vor 500 Jahren war es hier verboten, Bäume zu fällen und Siedlungen zu gründen - so wollten es die polnischen Könige, die den Urwald als Jagdgebiet liebten. Obwohl hier im 19. Jh. und in der Zwischenkriegszeit Bäume gefällt wurden, blieb bis heute sein ursprünglicher Charakter eines natürlichen Flachlandwaldes erhalten. Dieses Phänomen ist europaweit einzigartig.
1921 ist der wertvollste Teil unter Naturschutz gestellt worden. Drei Jahre später wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt. Es ist der älteste der 23 Nationalparks in Polen und nimmt 15 % der Gesamtfläche des Urwalds ein. 1977 wurde er auf die Liste der Biosphärenreservate und 1979 auf die Liste des Weltnatur- und Weltkulturerbes der UNESCO gesetzt. Er steht als einziger polnischer Nationalpark auf diesen beiden Listen. Auf der europäischen Liste des Weltnatur- und Weltkulturerbes der UNESCO steht sonst nur noch der Park Durmitor in Montenegro. Beide gelten als "Yellowstone?s of Europe". Der Bialowieza-Urwald wurde ebenfalls mit dem Europa-Diplom ausgezeichnet, das vom Europarat an besonders wertvolle Naturobjekte in Europa verliehen wird.
Zwei Drittel des wertvollsten Teiles des Urwalds bestehen aus Laubwäldern, in denen vor allem Eichen und Hainbuchen vertreten sind. An feuchten Standorten wachsen Erlenwälder, die regelmäßig überschwemmt werden, sowie die für Auenlandschaften typischen Schwarzerlen- und Eschenwälder. Auf trockenem Boden wachsen Kiefern-, Fichten- und Mischwälder. Je nach Bodenbeschaffenheit gibt es hier 20 Waldarten. Außerdem findet man Sümpfe, Moorgebiete und viele kleine Flüsse.
Die Ursprünglichkeit des Bialowieza-Urwalds erkennt man an der Artenvielfalt der Laubwälder. Am höchsten wächst hier die Fichte. Nicht ganz so hoch ragen die Kronen von Eiche, Linde und Ahorn. Am niedrigsten ist die Hainbuche. Jahrhunderte alte Riesen stehen neben jungen Bäumen, die zwischen Stämmen abgestorbener Bäume emporschießen, indem sie den neu entstandenen Platz und die durchschimmernden Sonnenstrahlen nutzen. Die vielen abgestorbenen Bäume sind für den Nationalpark charakteristisch. Im streng geschützten Reservat machen sie über 10 % des gesamten Baumbestandes aus. Die verfaulten Pflanzen geben dem Boden wichtige Nährstoffe.
Seit 80 Jahren werden im Reservat keine Forstarbeiten durchgeführt. Die Bäume sind im Schnitt 126 Jahre alt. Im übrigen Teil des Urwalds sind sie durchschnittlich 72 Jahre und in ganz Polen 54 Jahre alt. Im Bialowieza-Urwald haben 1600 Bäume die für Naturdenkmäler erforderlichen Dimensionen erreicht.
Es gibt hier viele nördliche, für die Taiga charakteristische Pflanzen- und Tierarten, für die im Bialowieza-Urwald die südliche und die nördliche Lebensraumgrenze verläuft. Im Bialowieza-Urwald leben 8500 Insektenarten, 250 Vogelarten, 54 Säugetierarten, über 1000 Arten von Gefäßpflanzen, 200 Moosarten und 300 Flechtenarten. Die hier vorkommenden 3000 Pilzarten sind größtenteils Relikte des ursprünglichen Urwaldes und wachsen meist auf morschen Bäumen.
Das Rauschen der Tannenwälder
Neben dem Bialowieza-Urwald sind bis heute noch andere Waldkomplexe erhalten geblieben, die es bereits im Mittelalter in den Grenzgebieten des ehemaligen Preußens, Litauens und Polens gab und zwar im Nordosten des Landes. Nördlich des Bialowieza-Urwalds liegen zwei weitere große Wälder. Erstens der 1140 km2 große Augustów-Urwald / Puszcza Augustowska, in dem durch Selbsterneuerung ein unzugängliches Dickicht entstand, und zweitens der Knyszyn-Urwald / Puszcza Knyszynska (839 km2) mit naturbelassenen Kiefern- und Kiefern-Fichtenbeständen sowie interessanten Moorpflanzen.
Im Kaliningrader Gebiet, d. h. auf russischer Seite liegt der Wald Puszcza Romincka, in dem das unter Schutz stehende Straußfarn oft vorkommt. Von unglaublicher Schönheit ist das Gebiet östlich des Sees Goldap, auf dessen Hochmoor u. a. ein Fichten- und Erlenbestände wachsen.
Auf der Pommerschen Seenplatte / Pojezierze Pomorskie ist die Tuchler Heide / Bory Tucholskie mit 1200 km2 das größte Waldgebiet. Wegen der intensiven Bewirtschaftung gibt es dort jedoch nur wenige Wälder im ursprünglichen Zustand und die Jungwälder bestehen nur aus Kiefern. Eine Enklave der ursprünglichen Flora ist das Eiben-Reservat "Wierzchlas". Es ist landesweit der größte Eibenbestand. Das Reservat umfasst einen Teil des ehemaligen Pommerschen Urwalds, wo 4000 Eiben wachsen, von denen die ältesten über 600 Jahre alt sind. Ursprüngliche setzten sich die Mischwälder überwiegend aus Kiefern und der unter Naturschutz stehenden Ebereschenart sorbus torminalis zusammen. Es gibt hier ebenfalls zahlreiche Relikte aus der Eiszeit, u. a. die Zwergbirke und das Nördliche Wintergrün.
Hinsichtlich ihrer natürlichen Beschaffenheit sind auch die Lebensräume der Wasserpflanzen von großem Wert. In den so genannten Lobelien-Seen kommen die gleichnamigen Pflanzen mit ihren weißen Blüten vor, welche maximal 1 cm groß werden. Diese Pflanzen benötigen kristallklares, weiches Wasser mit freiem Kohlendioxid. Solche Seen findet man in Europa äußerst selten. In Polen gibt es insgesamt 150 Lobelien-Seen, die fast alle auf der Pommerschen Seenplatte liegen.
In der Tuchler Heide / Bory Tucholskie gibt es zahlreiche Standorte seltener Moor- und Sumpfpflanzen. Ein interessantes Phänomen sind die so genannten "Trockenbecken" auf Seen, die in Nadelwäldern vorkommen. Sie bestehen aus dicken Moor- und Sumpfschichten, die sich beim Betreten unter den Füßen bewegen. Die Pflanzen in diesen Becken sind dem pH-Wert des Wassers angepasst.
Auf der Wyzyna Malopolska / Kleinpolnischen Hochebene treten größere Waldgebiete im Heiligkreuzgebirge / Góry Swietokrzyskie auf, wo man das Rauschen des herrlichen Heiligkreuz-Urwalds / Puszcza Swietokrzyska genießen kann, auch Tannen-Urwald genannt. Die ursprünglichen Baumbestände machen 63 % dieses Waldkomplexes aus. Die vielfältige geologische Beschaffenheit des Bodens hat viele unterschiedliche Pflanzenstandorte hervorgebracht. Daher wachsen dort fast alle in Polen auftretende Baumarten: Tanne, Buche, Eiche, Fichte, Linde, Eibe und Kiefer. Zu den seltenen Pflanzen zählen hier u. a. zahlreiche Orchideenarten, der Schmalblättrige Enzian und die europäische Trollblume. Die Pflanzenwelt ist hier besonders üppig. Im Unterholz wachsen Himbeeren, Brombeeren und verschiedener Farne, die riesige Flächen einnehmen. Ferner gibt es dichte junge Tannenwälder und Buchenhaine.
Der Heiligkreuz-Urwald ist die Wiege der Polnischen Lärche. Auf dem Berg Góra Chelmowa bei Nowa Slupia befindet sich der größte polnische Bestand an Lärchen, die nur in diesem Landesteil natürlich vorkommen. Hier wachsen die landesweit größten und ältesten Exemplare der Polnischen Lärche /larix polonica/. Einige haben über 5 m Umfang.
Östlich der Wyzyna Malopolska gibt es in der weiten Klamm Roztocze wunderschöne Tannen- und Buchenbestände. Große Waldkomplexe befinden sich ebenfalls in der Karpatensenke. Zu den größten zählt der östlich des San-Tals gelegene, 1240 km2 große Urwald Puszcza Solska. Verhältnismäßig große Waldgebiete treten auch auf der Schlesischen Tiefebene / Nizina Slaska auf. Am schönsten und landesweit am größten sind die 1500 km2 großen Niederschlesischen Wälder / Bory Dolnoslaskie. Sie befinden sich auf den sandigen Alluvialkegeln, die durch die Flüsse der Sudeten angetragen wurden und bestehen überwiegend aus pflanzen- und tierarmen Kiefernplantagen.
Die Westkarpaten / Karpaty Zachodnie sind nur in einigen Partien gut bewaldet - vor allem in den Beskiden (Beskid Slaski, Zywiecki und Sadecki). Das Bieszczady-Gebirge ist hingegen mit einem dichten Waldmantel bedeckt. Die Wälder in den Sudeten sind Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre stark beschädigt worden. Im Riesen- und Isargebirge (Karkonosze und Góry Izerskie) hat der saure Regen auf riesengroßen Flächen zum Baumsterben beigetragen. Mitverursacher der ökologischen Katastrophe waren die Emissionen nahe gelegener polnischer, deutscher und tschechischer Braunkohlekraftwerke. Saurer Regen schwächte die Bäume und machte sie anfällig für Waldschädlinge, die das Vernichtungswerk vollendeten. Jetzt will man die zerstörten ursprünglichen Baumbestände mit Fichten- und Tannenwald sowie mit Mischwald aus Buche und Fichte ersetzen.
Die Nadelwälder machen 70 % der gesamten Waldfläche aus. Die tiefsten Wälder gibt es in den Urwäldern von Augustów, Pisz, im Notec-Urwald in der Tuchler Heide / Bory Tucholskie und im Urwald Dolnoslaski / Niederschlesien. Es sind ebenfalls Teile von Mischwäldern erhalten geblieben. In den Mischwäldern der Seenplatten dominiert die Buche und im Gebirge die Lärche.
Auf mineralreichen Böden stehen Laubwälder, die sich hauptsächlich aus Eiche und Weißbuche zusammensetzen sowie Buchenwälder. Gut erhaltene Eichen- und Weißbuchenwälder gibt es im Bialowieza-Urwald (Ostpolen) und in der Kampinos-Heide bei Warschau. Und im Heiligkreuzgebirge / Góry Swietokrzyskie bilden Tannen und Buchen Mischwälder.
Wälder mit größerem Buchenanteil findet man in folgenden Gebieten: an Berghängen sowie auf der Pommerschen Seenplatte / Pojezierze Pomorskie, im Westen der Masurischen Seenplatte / Pojezierze Mazurskie, auf der Hochebene von Lublin und im Bieszczady-Gebirge. Zu den schönsten Buchenwäldern zählen die Lasy Kadynskie bei Elblag / Elbing und die Puszcza Bukowa / Buchenheide bei Szczecin / Stettin, wo die Pommersche Buche überwiegt.
Am schönsten sind die Buchen- und Mischwälder im Frühling, wenn die Natur zum Leben erwacht und die meisten Pflanzen zu blühen beginnen. Da sie reif werden müssen, bevor die Bäume Blätter bekommen und die Sonne verdecken, ist der Waldboden nach den ersten sonnigen Tagen kaum wiederzuerkennen. Es bilden sich bunte Teppiche blühender Anemonen, Veilchen und Leberblümchen.
Die schönsten Wälder Westpolens sind der Sand-Urwald / Puszcza Piaskowa, der Wald im Oder-Tal bei Cedynia und jener am westlichen Rand der Soldiner Seenplatte / Pojezierze Mysliborskie. Der Sand-Urwald war einst viel umfangreicher und bedeckte das Gebiet um die Oder. Der Name stammt von der Ortschaft Piasek, polnisch: Sand. Über die Hälfte des Baumbestandes machen Laubbäume aus: mitunter 250-300 Jahre alte Eichen, die ältesten sind 350-400 Jahre alt. Von der Einzigartigkeit der hiesigen Pflanzenwelt zeugen auch die wärmeliebenden Gras- und Straucharten.
Der wertvollste Wald Polens
Polen ist das einzige Land, in dem das letzte Fragment des riesigen Urwalds erhalten geblieben ist, der vor 1000 Jahren das europäische Tiefland größtenteils bedeckte. Dieser Wald reicht weit bis nach Weißrussland und umfasst in Polen das Bielsker Flachland und die Gebiete der Flüsse Narewka und Lesna (Nebenfluss des Bug), Puszcza Bialowieska / Bialowieza-Urwald genannt. Der zu Polen gehörende Teil des Urwalds ist 580 km2 groß.
Bereits vor 500 Jahren war es hier verboten, Bäume zu fällen und Siedlungen zu gründen - so wollten es die polnischen Könige, die den Urwald als Jagdgebiet liebten. Obwohl hier im 19. Jh. und in der Zwischenkriegszeit Bäume gefällt wurden, blieb bis heute sein ursprünglicher Charakter eines natürlichen Flachlandwaldes erhalten. Dieses Phänomen ist europaweit einzigartig.
1921 ist der wertvollste Teil unter Naturschutz gestellt worden. Drei Jahre später wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt. Es ist der älteste der 23 Nationalparks in Polen und nimmt 15 % der Gesamtfläche des Urwalds ein. 1977 wurde er auf die Liste der Biosphärenreservate und 1979 auf die Liste des Weltnatur- und Weltkulturerbes der UNESCO gesetzt. Er steht als einziger polnischer Nationalpark auf diesen beiden Listen. Auf der europäischen Liste des Weltnatur- und Weltkulturerbes der UNESCO steht sonst nur noch der Park Durmitor in Montenegro. Beide gelten als "Yellowstone?s of Europe". Der Bialowieza-Urwald wurde ebenfalls mit dem Europa-Diplom ausgezeichnet, das vom Europarat an besonders wertvolle Naturobjekte in Europa verliehen wird.
Zwei Drittel des wertvollsten Teiles des Urwalds bestehen aus Laubwäldern, in denen vor allem Eichen und Hainbuchen vertreten sind. An feuchten Standorten wachsen Erlenwälder, die regelmäßig überschwemmt werden, sowie die für Auenlandschaften typischen Schwarzerlen- und Eschenwälder. Auf trockenem Boden wachsen Kiefern-, Fichten- und Mischwälder. Je nach Bodenbeschaffenheit gibt es hier 20 Waldarten. Außerdem findet man Sümpfe, Moorgebiete und viele kleine Flüsse.
Die Ursprünglichkeit des Bialowieza-Urwalds erkennt man an der Artenvielfalt der Laubwälder. Am höchsten wächst hier die Fichte. Nicht ganz so hoch ragen die Kronen von Eiche, Linde und Ahorn. Am niedrigsten ist die Hainbuche. Jahrhunderte alte Riesen stehen neben jungen Bäumen, die zwischen Stämmen abgestorbener Bäume emporschießen, indem sie den neu entstandenen Platz und die durchschimmernden Sonnenstrahlen nutzen. Die vielen abgestorbenen Bäume sind für den Nationalpark charakteristisch. Im streng geschützten Reservat machen sie über 10 % des gesamten Baumbestandes aus. Die verfaulten Pflanzen geben dem Boden wichtige Nährstoffe.
Seit 80 Jahren werden im Reservat keine Forstarbeiten durchgeführt. Die Bäume sind im Schnitt 126 Jahre alt. Im übrigen Teil des Urwalds sind sie durchschnittlich 72 Jahre und in ganz Polen 54 Jahre alt. Im Bialowieza-Urwald haben 1600 Bäume die für Naturdenkmäler erforderlichen Dimensionen erreicht.
Es gibt hier viele nördliche, für die Taiga charakteristische Pflanzen- und Tierarten, für die im Bialowieza-Urwald die südliche und die nördliche Lebensraumgrenze verläuft. Im Bialowieza-Urwald leben 8500 Insektenarten, 250 Vogelarten, 54 Säugetierarten, über 1000 Arten von Gefäßpflanzen, 200 Moosarten und 300 Flechtenarten. Die hier vorkommenden 3000 Pilzarten sind größtenteils Relikte des ursprünglichen Urwaldes und wachsen meist auf morschen Bäumen.
Das Rauschen der Tannenwälder
Neben dem Bialowieza-Urwald sind bis heute noch andere Waldkomplexe erhalten geblieben, die es bereits im Mittelalter in den Grenzgebieten des ehemaligen Preußens, Litauens und Polens gab und zwar im Nordosten des Landes. Nördlich des Bialowieza-Urwalds liegen zwei weitere große Wälder. Erstens der 1140 km2 große Augustów-Urwald / Puszcza Augustowska, in dem durch Selbsterneuerung ein unzugängliches Dickicht entstand, und zweitens der Knyszyn-Urwald / Puszcza Knyszynska (839 km2) mit naturbelassenen Kiefern- und Kiefern-Fichtenbeständen sowie interessanten Moorpflanzen.
Im Kaliningrader Gebiet, d. h. auf russischer Seite liegt der Wald Puszcza Romincka, in dem das unter Schutz stehende Straußfarn oft vorkommt. Von unglaublicher Schönheit ist das Gebiet östlich des Sees Goldap, auf dessen Hochmoor u. a. ein Fichten- und Erlenbestände wachsen.
Auf der Pommerschen Seenplatte / Pojezierze Pomorskie ist die Tuchler Heide / Bory Tucholskie mit 1200 km2 das größte Waldgebiet. Wegen der intensiven Bewirtschaftung gibt es dort jedoch nur wenige Wälder im ursprünglichen Zustand und die Jungwälder bestehen nur aus Kiefern. Eine Enklave der ursprünglichen Flora ist das Eiben-Reservat "Wierzchlas". Es ist landesweit der größte Eibenbestand. Das Reservat umfasst einen Teil des ehemaligen Pommerschen Urwalds, wo 4000 Eiben wachsen, von denen die ältesten über 600 Jahre alt sind. Ursprüngliche setzten sich die Mischwälder überwiegend aus Kiefern und der unter Naturschutz stehenden Ebereschenart sorbus torminalis zusammen. Es gibt hier ebenfalls zahlreiche Relikte aus der Eiszeit, u. a. die Zwergbirke und das Nördliche Wintergrün.
Hinsichtlich ihrer natürlichen Beschaffenheit sind auch die Lebensräume der Wasserpflanzen von großem Wert. In den so genannten Lobelien-Seen kommen die gleichnamigen Pflanzen mit ihren weißen Blüten vor, welche maximal 1 cm groß werden. Diese Pflanzen benötigen kristallklares, weiches Wasser mit freiem Kohlendioxid. Solche Seen findet man in Europa äußerst selten. In Polen gibt es insgesamt 150 Lobelien-Seen, die fast alle auf der Pommerschen Seenplatte liegen.
In der Tuchler Heide / Bory Tucholskie gibt es zahlreiche Standorte seltener Moor- und Sumpfpflanzen. Ein interessantes Phänomen sind die so genannten "Trockenbecken" auf Seen, die in Nadelwäldern vorkommen. Sie bestehen aus dicken Moor- und Sumpfschichten, die sich beim Betreten unter den Füßen bewegen. Die Pflanzen in diesen Becken sind dem pH-Wert des Wassers angepasst.
Auf der Wyzyna Malopolska / Kleinpolnischen Hochebene treten größere Waldgebiete im Heiligkreuzgebirge / Góry Swietokrzyskie auf, wo man das Rauschen des herrlichen Heiligkreuz-Urwalds / Puszcza Swietokrzyska genießen kann, auch Tannen-Urwald genannt. Die ursprünglichen Baumbestände machen 63 % dieses Waldkomplexes aus. Die vielfältige geologische Beschaffenheit des Bodens hat viele unterschiedliche Pflanzenstandorte hervorgebracht. Daher wachsen dort fast alle in Polen auftretende Baumarten: Tanne, Buche, Eiche, Fichte, Linde, Eibe und Kiefer. Zu den seltenen Pflanzen zählen hier u. a. zahlreiche Orchideenarten, der Schmalblättrige Enzian und die europäische Trollblume. Die Pflanzenwelt ist hier besonders üppig. Im Unterholz wachsen Himbeeren, Brombeeren und verschiedener Farne, die riesige Flächen einnehmen. Ferner gibt es dichte junge Tannenwälder und Buchenhaine.
Der Heiligkreuz-Urwald ist die Wiege der Polnischen Lärche. Auf dem Berg Góra Chelmowa bei Nowa Slupia befindet sich der größte polnische Bestand an Lärchen, die nur in diesem Landesteil natürlich vorkommen. Hier wachsen die landesweit größten und ältesten Exemplare der Polnischen Lärche /larix polonica/. Einige haben über 5 m Umfang.
Östlich der Wyzyna Malopolska gibt es in der weiten Klamm Roztocze wunderschöne Tannen- und Buchenbestände. Große Waldkomplexe befinden sich ebenfalls in der Karpatensenke. Zu den größten zählt der östlich des San-Tals gelegene, 1240 km2 große Urwald Puszcza Solska. Verhältnismäßig große Waldgebiete treten auch auf der Schlesischen Tiefebene / Nizina Slaska auf. Am schönsten und landesweit am größten sind die 1500 km2 großen Niederschlesischen Wälder / Bory Dolnoslaskie. Sie befinden sich auf den sandigen Alluvialkegeln, die durch die Flüsse der Sudeten angetragen wurden und bestehen überwiegend aus pflanzen- und tierarmen Kiefernplantagen.
Die Westkarpaten / Karpaty Zachodnie sind nur in einigen Partien gut bewaldet - vor allem in den Beskiden (Beskid Slaski, Zywiecki und Sadecki). Das Bieszczady-Gebirge ist hingegen mit einem dichten Waldmantel bedeckt. Die Wälder in den Sudeten sind Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre stark beschädigt worden. Im Riesen- und Isargebirge (Karkonosze und Góry Izerskie) hat der saure Regen auf riesengroßen Flächen zum Baumsterben beigetragen. Mitverursacher der ökologischen Katastrophe waren die Emissionen nahe gelegener polnischer, deutscher und tschechischer Braunkohlekraftwerke. Saurer Regen schwächte die Bäume und machte sie anfällig für Waldschädlinge, die das Vernichtungswerk vollendeten. Jetzt will man die zerstörten ursprünglichen Baumbestände mit Fichten- und Tannenwald sowie mit Mischwald aus Buche und Fichte ersetzen.
Die Wiesen Polens sind größtenteils nach Rodungen entstanden. In den weiten ehemaligen Tälern der Flüsse Biebrza und Narew sowie auf der Lubusker Seenplatte / Pojezierze Lubuskie sind Sumpfwiesen erhalten geblieben. Einen malerischen Anblick bieten die Wiesen im Bieszczady-Gebirge, die Almen und Wiesen der Tatra, auch Matten genannt. Im Frühling blüht hier massenhaft der Krokus. Außerdem gibt es Pflanzen, die in Polen nur in den Karpaten zu finden sind. Ihre Samen wurden einst von Schafen aus dem Balkan hierher gebracht. Sie blieben in deren Fell hängen und fielen irgendwann ab.
Natürliche Stockwerke
Wie das Klima so ist auch die Pflanzenwelt von der Höhe einer bestimmten Region abhängig. In Polens höchstem Gebirge, der Tatra, gibt es fünf natürliche Vegetationszonen. Die größte Fläche nimmt der untere Hochwald bis 1250 m Höhe ein, der aus angepflanzten Fichten besteht. Der obere Hochwald kommt bis 1500 m vor, besteht aus Fichten und hat häufig seinen ursprünglichen Charakter beibehalten. An seiner oberen Grenze findet man die Europäische Lärche, die Gemeine Eberesche, die Schlesische Weide. An steilen Berghängen stehen Steilhang-Fichtenwälder und Zirbelkiefern. Die Zirbelkiefer ist die Königin der Tatra-Wälder und entzückt durch ihre breite, rundliche Baumkrone sowie durch das dunkle Grün ihrer Nadeln. Diese wunderschöne Art kam während der Eiszeit aus dem Altai in das Gebiet Polens.
Zirbelkiefernsalbe für die Seele
Die Samen der Zirbelkiefer, die Zirbelkiefernüsse, sind essbar. Sie gehören zum Lieblingsmenü vieler Vögel, besonders des Tannenhähers. Im August werden die Zapfen mit Netzen vor nimmersatten Vögeln geschützt. Die Bewohner der Bergregion haben schon immer Holz, Harz und die Samen dieser Bäume genutzt. Schon im 17. Jh. gab es ein Rezept für Zirbelkiefersalbe zur Linderung psychischer Probleme. Ein bekanntes und bei zahlreichen Krankheiten empfohlenes Medikament war auch das Zirbelkieferöl.
Über dem Wald wächst in 1500-1800 m Höhe ein breiter Zwergkieferstreifen. Diese wuschlige Art wächst sehr dicht und wird bis zu 3 m hoch. Ihre harten, starken Äste drängen sich in die Felsspalten und breiten sich auf Steinen aus.
Natürliche Stockwerke
Wie das Klima so ist auch die Pflanzenwelt von der Höhe einer bestimmten Region abhängig. In Polens höchstem Gebirge, der Tatra, gibt es fünf natürliche Vegetationszonen. Die größte Fläche nimmt der untere Hochwald bis 1250 m Höhe ein, der aus angepflanzten Fichten besteht. Der obere Hochwald kommt bis 1500 m vor, besteht aus Fichten und hat häufig seinen ursprünglichen Charakter beibehalten. An seiner oberen Grenze findet man die Europäische Lärche, die Gemeine Eberesche, die Schlesische Weide. An steilen Berghängen stehen Steilhang-Fichtenwälder und Zirbelkiefern. Die Zirbelkiefer ist die Königin der Tatra-Wälder und entzückt durch ihre breite, rundliche Baumkrone sowie durch das dunkle Grün ihrer Nadeln. Diese wunderschöne Art kam während der Eiszeit aus dem Altai in das Gebiet Polens.
Zirbelkiefernsalbe für die Seele
Die Samen der Zirbelkiefer, die Zirbelkiefernüsse, sind essbar. Sie gehören zum Lieblingsmenü vieler Vögel, besonders des Tannenhähers. Im August werden die Zapfen mit Netzen vor nimmersatten Vögeln geschützt. Die Bewohner der Bergregion haben schon immer Holz, Harz und die Samen dieser Bäume genutzt. Schon im 17. Jh. gab es ein Rezept für Zirbelkiefersalbe zur Linderung psychischer Probleme. Ein bekanntes und bei zahlreichen Krankheiten empfohlenes Medikament war auch das Zirbelkieferöl.
Über dem Wald wächst in 1500-1800 m Höhe ein breiter Zwergkieferstreifen. Diese wuschlige Art wächst sehr dicht und wird bis zu 3 m hoch. Ihre harten, starken Äste drängen sich in die Felsspalten und breiten sich auf Steinen aus.
Dank ihrer Elastizität kann sie Lawinen überstehen. Zwergkiefern sind für den Wald sehr wichtig - sie halten Geröll auf, bremsen den spontanen Wasserfluss und beugen der Erosion vor. Je höher sie wachsen, desto niedriger ist ihr Wuchs. An ihren höchsten Standorten werden sie knapp einen Meter hoch.
Am artenreichsten sind die zwei höchsten Vegetationsstufen: Alpenwiesen (auch Matten genannt, 1800-2250 m) und scharfgratige Gipfel wie sie nur in der Tatra vorkommen. Von 430 in Polen vorkommenden Gebirgspflanzen wachsen 400 Arten in der Tatra, die Hälfte davon vorwiegend auf den Matten und Gipfeln, wo über 600 Blumenarten blühen. Das Stiellose Leimkraut mit seinen rosa Blüten wehrt sich vor dem starken Wind, indem es sich mit moosartigen Kissen an den Fels klammert. Es gibt hier auch viele Steinbrechgewächse, Moose und Felsflechten. In der Tatra wachsen 700 Flechtenarten.
Es gibt sehr viele Pflanzen, die nur in der Tatra vorkommen wie z. B. der Tatra-Steinbrech, der Tatra-Rittersporn mit seinen wunderschönen, violetten Blütenbechern sowie das Granit- und das Edelrispengras.
Im Karkonosze / Riesengebirge, dem höchsten Bergmassiv der Sudety / Sudeten, gibt es ebenfalls Vegetationsstufen. Die ursprünglichen Buchen- und Mischwälder des unteren Hochwaldes (500-1000 m) sind größtenteils durch reine Fichtenwälder ersetzt worden. Im oberen Hochwald (bis 1250 m) wachsen vorwiegend Fichten, gelegentlich findet man auch Bergahorn und Eberesche. Das Unterholz wird von Heidekraut und verschiedene Grasarten bestimmt. An feuchteren Stellen gedeihen üppig Kräutergewächse. Darüber wachsen Zwergkiefern (1250-1450 m), die in den Sudeten sonst nur noch auf dem Berg Snieznik (1425 m) vorkommen.
Auf den flachen Gipfeln gibt es Hochgebirgsmoore. Das bekannteste liegt unterhalb der Sniezka / Schneekoppe (1602 m), wo zwischen den Zwergkiefern kleine Wasserbecken mit zahlreichen, für die Tundra typischen Sumpfpflanzen (Relikte aus der Eiszeit) verborgen sind. Es ist auch ein großer, dichter Standort der Lapplandweide. Wegen der Landschaft und wegen der charakteristischen Flora wird die Ebene unterhalb der Schneekoppe auch als Tundra des Riesengebirges bezeichnet. In der alpinen Stufe (über 1500 m) dominieren felsentypische Pflanzen wie Gräser, Moose und Flechten. Die Pflanzenwelt des Riesengebirges ist wegen des Granitbodens verhältnismäßig arm. Zu den Pflanzen, die nur hier vorkommen, gehören der Basalt-Steinbrech und die Sudeten-Eberesche. Zu den Relikten aus der Eiszeit gehören der Schnee-Steinbrech und das halbparasitische Sudeten-Läusekraut, das anderen Pflanzen mineralhaltiges Wasser wegnimmt. Außerhalb des Riesengebirges wächst dieses Kraut nur noch hinter dem Polarkreis.
Eine sehr spezifische Anordnung von Pflanzen findet man im Bieszczady-Gebirge /Ostbeskiden vor. Charakteristisch ist die niedrig verlaufende, obere Waldgrenze: 1200-1220 m und der fehlende Fichtenhochwald. Hier wachsen lediglich Zwergkiefer und Bergerle und darüber gibt es nur noch die Almen, die die größte Attraktion des Bieszczady-Gebirges sind. Sie reichen bis 1346 m, d. h. bis auf den höchsten Gipfel - Tarnica. Auf den Almen wachsen verschiedene Gräser und großflächig Blaubeeren. Es gibt über 20 seltene, für die Ostkarpaten typische Pflanzenarten, wie z. B. das Karpaten-Leimkraut und der Weiße Wachtelweizen sowie über 70 Hochgebirgspflanzen.
Das Bieszczady-Gebirge ist eines der wenigen Gebiete in Europa, in dem die Natur ihre ursprüngliche Gestalt zurückgewinnen konnte. Die Ureinwohner wurden nach 1945 ausgesiedelt und auf den Berghängen, auf denen sich einst ihre Felder und Weiden erstreckten, wachsen heute dichte Buchenwälder. Sie gehören zu den natürlichsten Waldbeständen Polens. Vielerorts hat der Wald wieder seinen ursprünglichen Charakter.
FAUNA: LEBEWESEN - GROSS UND KLEIN
Hinsichtlich der Artenvielfalt ist die Tierwelt Polens bedeutend reicher als die Pflanzenwelt. Es gibt hier etwa 33 000 Tierarten (inklusive Wirbellose). Zu den Wirbeltieren, die auf dem Festland leben, gehören 85 Säugetierarten, 220 Nistvogelarten, 8 Kriechtierarten, 17 Lurcharten und 55 Fischarten. Viele Arten sind in verschiedenen Zeitperioden seit der letzten Vergletscherung nach Polen gelangt.
In der heutigen Tierwelt Polens gibt es nur wenige Arten, die in den Eiszeit-Gebieten überdauert haben.
Am artenreichsten sind die zwei höchsten Vegetationsstufen: Alpenwiesen (auch Matten genannt, 1800-2250 m) und scharfgratige Gipfel wie sie nur in der Tatra vorkommen. Von 430 in Polen vorkommenden Gebirgspflanzen wachsen 400 Arten in der Tatra, die Hälfte davon vorwiegend auf den Matten und Gipfeln, wo über 600 Blumenarten blühen. Das Stiellose Leimkraut mit seinen rosa Blüten wehrt sich vor dem starken Wind, indem es sich mit moosartigen Kissen an den Fels klammert. Es gibt hier auch viele Steinbrechgewächse, Moose und Felsflechten. In der Tatra wachsen 700 Flechtenarten.
Es gibt sehr viele Pflanzen, die nur in der Tatra vorkommen wie z. B. der Tatra-Steinbrech, der Tatra-Rittersporn mit seinen wunderschönen, violetten Blütenbechern sowie das Granit- und das Edelrispengras.
Im Karkonosze / Riesengebirge, dem höchsten Bergmassiv der Sudety / Sudeten, gibt es ebenfalls Vegetationsstufen. Die ursprünglichen Buchen- und Mischwälder des unteren Hochwaldes (500-1000 m) sind größtenteils durch reine Fichtenwälder ersetzt worden. Im oberen Hochwald (bis 1250 m) wachsen vorwiegend Fichten, gelegentlich findet man auch Bergahorn und Eberesche. Das Unterholz wird von Heidekraut und verschiedene Grasarten bestimmt. An feuchteren Stellen gedeihen üppig Kräutergewächse. Darüber wachsen Zwergkiefern (1250-1450 m), die in den Sudeten sonst nur noch auf dem Berg Snieznik (1425 m) vorkommen.
Auf den flachen Gipfeln gibt es Hochgebirgsmoore. Das bekannteste liegt unterhalb der Sniezka / Schneekoppe (1602 m), wo zwischen den Zwergkiefern kleine Wasserbecken mit zahlreichen, für die Tundra typischen Sumpfpflanzen (Relikte aus der Eiszeit) verborgen sind. Es ist auch ein großer, dichter Standort der Lapplandweide. Wegen der Landschaft und wegen der charakteristischen Flora wird die Ebene unterhalb der Schneekoppe auch als Tundra des Riesengebirges bezeichnet. In der alpinen Stufe (über 1500 m) dominieren felsentypische Pflanzen wie Gräser, Moose und Flechten. Die Pflanzenwelt des Riesengebirges ist wegen des Granitbodens verhältnismäßig arm. Zu den Pflanzen, die nur hier vorkommen, gehören der Basalt-Steinbrech und die Sudeten-Eberesche. Zu den Relikten aus der Eiszeit gehören der Schnee-Steinbrech und das halbparasitische Sudeten-Läusekraut, das anderen Pflanzen mineralhaltiges Wasser wegnimmt. Außerhalb des Riesengebirges wächst dieses Kraut nur noch hinter dem Polarkreis.
Eine sehr spezifische Anordnung von Pflanzen findet man im Bieszczady-Gebirge /Ostbeskiden vor. Charakteristisch ist die niedrig verlaufende, obere Waldgrenze: 1200-1220 m und der fehlende Fichtenhochwald. Hier wachsen lediglich Zwergkiefer und Bergerle und darüber gibt es nur noch die Almen, die die größte Attraktion des Bieszczady-Gebirges sind. Sie reichen bis 1346 m, d. h. bis auf den höchsten Gipfel - Tarnica. Auf den Almen wachsen verschiedene Gräser und großflächig Blaubeeren. Es gibt über 20 seltene, für die Ostkarpaten typische Pflanzenarten, wie z. B. das Karpaten-Leimkraut und der Weiße Wachtelweizen sowie über 70 Hochgebirgspflanzen.
Das Bieszczady-Gebirge ist eines der wenigen Gebiete in Europa, in dem die Natur ihre ursprüngliche Gestalt zurückgewinnen konnte. Die Ureinwohner wurden nach 1945 ausgesiedelt und auf den Berghängen, auf denen sich einst ihre Felder und Weiden erstreckten, wachsen heute dichte Buchenwälder. Sie gehören zu den natürlichsten Waldbeständen Polens. Vielerorts hat der Wald wieder seinen ursprünglichen Charakter.
FAUNA: LEBEWESEN - GROSS UND KLEIN
Hinsichtlich der Artenvielfalt ist die Tierwelt Polens bedeutend reicher als die Pflanzenwelt. Es gibt hier etwa 33 000 Tierarten (inklusive Wirbellose). Zu den Wirbeltieren, die auf dem Festland leben, gehören 85 Säugetierarten, 220 Nistvogelarten, 8 Kriechtierarten, 17 Lurcharten und 55 Fischarten. Viele Arten sind in verschiedenen Zeitperioden seit der letzten Vergletscherung nach Polen gelangt.
In der heutigen Tierwelt Polens gibt es nur wenige Arten, die in den Eiszeit-Gebieten überdauert haben.
Die Mehrheit dieser Tierarten überstand sie im Süden und kam erst nach dem Rückgang der Eiswand zurück. Da Alpen und Karpaten eine unüberwindliche Barriere darstellten, kamen die Tierarten aus zwei Richtungen: aus östlichen und westlichen Refugien. Auf dem Gebiet Polens begegneten sich manchmal Abstammungen ein und derselben Art, die sich in jenem langen Zeitraum völlig verschieden entwickelt hatten.
Wegen der aus geologischer und evolutionärer Sicht sehr kurzen Ansiedlungszeit findet man im Tiefland fast keine Endemien (Verbreitung in einem örtlich begrenzten Gebiet). Die meisten Tiere pflanzen sich leicht und schnell fort und bewohnen die gesamte gemäßigte Zone Eurasiens.
Wegen der aus geologischer und evolutionärer Sicht sehr kurzen Ansiedlungszeit findet man im Tiefland fast keine Endemien (Verbreitung in einem örtlich begrenzten Gebiet). Die meisten Tiere pflanzen sich leicht und schnell fort und bewohnen die gesamte gemäßigte Zone Eurasiens.
Dazu gehören Schleie, Karpfen, Grauunke, Blindschleiche, Ringelnatter, Buchfink, Kreuzente, Habicht, Eichhörnchen, Grauhase, Reh und Hirsch. Ihren typischen Lebensraum bilden Laub- und Mischwälder. Es gibt schätzungsweise 36 Endemien und 38 Relikt-Arten. Durch Polen verlaufen die Verbreitungsgrenzen zahlreicher Tierarten. So endet hier z. B. der Lebensraum von Schneehase, Dreifingerspecht und Tannenhäher. Für die Graulerche und für den östlichen Igel verläuft hier die östliche Verbreitungslinie und für das Kaninchen, das im Westen und Südwesten auftritt, die östliche. In Ostpolen sind klimabedingt besondere Tierarten entstanden. Im Nordosten (Mazury / Masuren, Suwalszczyzna / Sadanauer Land/, Puszcza Knyszynska / Knyszyn-Urwald, Puszcza Bialowieska / Bialowieza-Urwald) begegnet man Tierarten, die für Tundra und Taiga charakteristisch sind: z. B. Ural-Waldkauz, Moorkauz, Schneehase und Elch. Im Südosten leben Tiere, die für Schwarzmeersteppen charakteristisch sind: Hamster, Perlenziesel und Steppeniltis. Zu den Vertretern der südlichen und östlichen Fauna gehören u. a. insektenfressende Vögel (Bienenfresser und Rötelfalke), die Äskulap-Schlange und die Weißliche Weinbergschnecke.
Wisente in freier Natur
Das größte in Polen vorkommende Tier ist der Wisent, dem im 18. Jh. die Ausrottung drohte. Er überlebte lediglich im Bialowieza-Urwald / Puszcza Bialowieska und im Kaukasus. 1919 wurde der letzte Wisent von Bialowieza von einem Wilderer getötet, die kaukasische Population ist 1927 ausgestorben. Weltweit gab es damals nur noch 50 Wisente, die in Zoos und in Gehegen lebten, u. a. in der Plesser Heide / Lasy Pszczynskie und auf der Wyzyna Slaska / Schlesische Hochebene.
Wisente in freier Natur
Das größte in Polen vorkommende Tier ist der Wisent, dem im 18. Jh. die Ausrottung drohte. Er überlebte lediglich im Bialowieza-Urwald / Puszcza Bialowieska und im Kaukasus. 1919 wurde der letzte Wisent von Bialowieza von einem Wilderer getötet, die kaukasische Population ist 1927 ausgestorben. Weltweit gab es damals nur noch 50 Wisente, die in Zoos und in Gehegen lebten, u. a. in der Plesser Heide / Lasy Pszczynskie und auf der Wyzyna Slaska / Schlesische Hochebene.
Man wählte daraus zwölf zur Zucht geeignete Exemplare und vermehrte sie in der geschlossenen Zuchtstation in Bialowieza.
Die ersten Tiere verließen die Station 1952. Der erste Wisent wurde jedoch erst 1957 geboren. Zum Glück vermehrten sich die Wisente schnell. Anfang der 70er Jahre lebten bereits über 200 Exemplare in freier Wildbahn, obwohl außerhalb der Reservate nur 38 ausgesetzt wurden. Man setzte die Wisente von Bialowieza in geschlossenen Reservaten oder in großen Wäldern, vorwiegend in Laubwäldern, aus. Inzwischen streifen sie auch durch die Urwälder Knyszynska, Borecka und Niepolomicka, die Plesser Heide und das Bieszczady-Gebirge. Dort ist es übrigens gelungen, eine Wisent-Mischart zu züchten, indem die Weibchen von Bialowieza vom letzten kaukasischen Männchen befruchtet wurde. Das Bieszczady-Gebirge ist jedoch für die Vermehrung nicht so optimal, wie andere Gebiete.
Wisente mit Vorsilbe
Allen reinblutigen Bialowieza-Wisente, die in polnischen Reservaten geboren werden, bekommen Namen verliehen, die mit der Silbe "po" beginnen, z. B. Pomruk / Gebrumm oder Poranek / Morgen
Wisentweibchen sind sehr tapfere Mütter. Ein Wisentbaby kommt nach neun Monaten Tragezeit mit 30 kg zur Welt und saugt dann acht Monate Muttermilch. Ausgewachsene Exemplare erreichen bis zu 1000 kg und sind imstande, täglich 60 kg Pflanzen zu vertilgen. Im Winter werden sie zusätzlich mit Heu gefüttert. Der Wisent lebt in Herden, die im Sommer aus 10-20 Tieren bestehen und im Winter bedeutend größer werden. Nur alte Wisente bleiben allein.
Im Bialowieza-Urwald leben gegenwärtig 250 Wisente, etwa die gleiche Zahl lebt auf der weißrussischen Seite dieser Region. In Polen gibt es insgesamt 600 Wisente. Sie werden auch in anderen europäischen Ländern gezüchtet, nachdem Polen viele Tiere verschenkt hat. Die Vorfahren sämtlicher heute in der ganzen Welt lebenden Wisente stammten aus Bialowieza. Es ist der einzige Fall in der Geschichte, wo es gelungen ist, ein Tier dieser Größe durch Regenerierungszucht vor dem Aussterben zu bewahren. Die einzige Bedrohung für die Zukunft liegt in der engen Verwandtschaft aller existierenden Wisente, d. h. in der geringen Differenzierung ihres genetischen Materials.
Andere Tierarten wurden ebenfalls auf ähnliche Art restituiert. Für die an Weißrussland verschenkten Wisente erhielt Polen Elche, die nach 1945 nur in den Sumpfgebieten an der Biebrza lebten. Der Elch gehört zu den größten Hirscharten der Welt. In Polen ist er nach dem Wisent das zweitgrößte Tier. Ein erwachsener Elch wiegt bis zu 400 kg. Diese scheinbar plumpen Tiere fühlen sich sowohl im Weidendickicht als auch in jungen Kiefernwäldern zu Hause. Sie leben gern in Sumpfgebieten und ernähren sich vorwiegend von Weidengerten. Ihre Nahrung suchen sie auch unter Wasser - nach besonderen Leckerbissen können sie sogar ziemlich tief tauchen. Sie sind hervorragende Schwimmer. Die merkwürdigste Eigenschaft dieser Sumpfriesen ist jedoch ihre Wanderlust: Elche aus Polen haben es schon bis zum Rhein geschafft.
Auch der Biber kam nach Polen zurück. Er war einst sehr reich vertreten, wovon viele geographische Namen zeugen wie z. B. Bóbr, Bóbrek, Biebrza und Bóbrka. 1945 lebten in Polen nur noch wenige Biber. Es waren kanadische Biber, die nach Skandinavien eingeführt worden sind.
Die ersten Tiere verließen die Station 1952. Der erste Wisent wurde jedoch erst 1957 geboren. Zum Glück vermehrten sich die Wisente schnell. Anfang der 70er Jahre lebten bereits über 200 Exemplare in freier Wildbahn, obwohl außerhalb der Reservate nur 38 ausgesetzt wurden. Man setzte die Wisente von Bialowieza in geschlossenen Reservaten oder in großen Wäldern, vorwiegend in Laubwäldern, aus. Inzwischen streifen sie auch durch die Urwälder Knyszynska, Borecka und Niepolomicka, die Plesser Heide und das Bieszczady-Gebirge. Dort ist es übrigens gelungen, eine Wisent-Mischart zu züchten, indem die Weibchen von Bialowieza vom letzten kaukasischen Männchen befruchtet wurde. Das Bieszczady-Gebirge ist jedoch für die Vermehrung nicht so optimal, wie andere Gebiete.
Wisente mit Vorsilbe
Allen reinblutigen Bialowieza-Wisente, die in polnischen Reservaten geboren werden, bekommen Namen verliehen, die mit der Silbe "po" beginnen, z. B. Pomruk / Gebrumm oder Poranek / Morgen
Wisentweibchen sind sehr tapfere Mütter. Ein Wisentbaby kommt nach neun Monaten Tragezeit mit 30 kg zur Welt und saugt dann acht Monate Muttermilch. Ausgewachsene Exemplare erreichen bis zu 1000 kg und sind imstande, täglich 60 kg Pflanzen zu vertilgen. Im Winter werden sie zusätzlich mit Heu gefüttert. Der Wisent lebt in Herden, die im Sommer aus 10-20 Tieren bestehen und im Winter bedeutend größer werden. Nur alte Wisente bleiben allein.
Im Bialowieza-Urwald leben gegenwärtig 250 Wisente, etwa die gleiche Zahl lebt auf der weißrussischen Seite dieser Region. In Polen gibt es insgesamt 600 Wisente. Sie werden auch in anderen europäischen Ländern gezüchtet, nachdem Polen viele Tiere verschenkt hat. Die Vorfahren sämtlicher heute in der ganzen Welt lebenden Wisente stammten aus Bialowieza. Es ist der einzige Fall in der Geschichte, wo es gelungen ist, ein Tier dieser Größe durch Regenerierungszucht vor dem Aussterben zu bewahren. Die einzige Bedrohung für die Zukunft liegt in der engen Verwandtschaft aller existierenden Wisente, d. h. in der geringen Differenzierung ihres genetischen Materials.
Andere Tierarten wurden ebenfalls auf ähnliche Art restituiert. Für die an Weißrussland verschenkten Wisente erhielt Polen Elche, die nach 1945 nur in den Sumpfgebieten an der Biebrza lebten. Der Elch gehört zu den größten Hirscharten der Welt. In Polen ist er nach dem Wisent das zweitgrößte Tier. Ein erwachsener Elch wiegt bis zu 400 kg. Diese scheinbar plumpen Tiere fühlen sich sowohl im Weidendickicht als auch in jungen Kiefernwäldern zu Hause. Sie leben gern in Sumpfgebieten und ernähren sich vorwiegend von Weidengerten. Ihre Nahrung suchen sie auch unter Wasser - nach besonderen Leckerbissen können sie sogar ziemlich tief tauchen. Sie sind hervorragende Schwimmer. Die merkwürdigste Eigenschaft dieser Sumpfriesen ist jedoch ihre Wanderlust: Elche aus Polen haben es schon bis zum Rhein geschafft.
Auch der Biber kam nach Polen zurück. Er war einst sehr reich vertreten, wovon viele geographische Namen zeugen wie z. B. Bóbr, Bóbrek, Biebrza und Bóbrka. 1945 lebten in Polen nur noch wenige Biber. Es waren kanadische Biber, die nach Skandinavien eingeführt worden sind.
Europäische Biber kamen ins Sadanauer Land / Suwalszczyzna entlang der Flüsse, die nach Litauen und Weißrussland fließen. Außerdem wurden Biber aus der russischen Zuchtstation Woronesh ins Biebrza-Tal geholt. Heute leben in Polen 10 000 Biber.
Nicht ohne Grund werden diese flinken Nager als Flussarchitekten bezeichnet. Sie bauen Staudämme, damit das Wasser nicht aus ihren Bauten fließt. Ein Biberbau kann 30 m2 groß und 2 m hoch sein. Mit seinen riesengroßen Schneidezähnen kann ein ausgewachsener Biber in kurzer Zeit 30 cm dicke Bäume fällen. Es ist der größte polnische Nager, der Flussufer mit Weiden und Pappeln bevorzugt. Man vermehrt ihn in geschlossener Zucht und setzt ihn später aus. Biber leben vielerorts in der Tieflandebene, manchmal kann man ihnen auch im Hochland begegnen.
Bergbewohner
Die Tatra ist ein besonders tierreiches Gebiet. Hier leben Säugetiere wie Braunbär, Luchs, Wolf, Dachs, Hirsch und Reh sowie folgende Vögel: Steinadler, Schreiadler, Roter Hühnergeier, Baumfalke, Mäusebussard, Uhu, einige Eulenarten, Birkhahn, Auerhahn und Haselhuhn. Charakteristisch für die Tatra ist die Gämse. Sie ist sehr gewandt und bewegt sich äußerst geschickt auf den steilen Berghängen. Das der Ziege ähnelnde Tier kann angesichts seiner graziösen und eleganten Bewegungen durchaus mit der flinken Antilope verglichen werden.
Nicht ohne Grund werden diese flinken Nager als Flussarchitekten bezeichnet. Sie bauen Staudämme, damit das Wasser nicht aus ihren Bauten fließt. Ein Biberbau kann 30 m2 groß und 2 m hoch sein. Mit seinen riesengroßen Schneidezähnen kann ein ausgewachsener Biber in kurzer Zeit 30 cm dicke Bäume fällen. Es ist der größte polnische Nager, der Flussufer mit Weiden und Pappeln bevorzugt. Man vermehrt ihn in geschlossener Zucht und setzt ihn später aus. Biber leben vielerorts in der Tieflandebene, manchmal kann man ihnen auch im Hochland begegnen.
Bergbewohner
Die Tatra ist ein besonders tierreiches Gebiet. Hier leben Säugetiere wie Braunbär, Luchs, Wolf, Dachs, Hirsch und Reh sowie folgende Vögel: Steinadler, Schreiadler, Roter Hühnergeier, Baumfalke, Mäusebussard, Uhu, einige Eulenarten, Birkhahn, Auerhahn und Haselhuhn. Charakteristisch für die Tatra ist die Gämse. Sie ist sehr gewandt und bewegt sich äußerst geschickt auf den steilen Berghängen. Das der Ziege ähnelnde Tier kann angesichts seiner graziösen und eleganten Bewegungen durchaus mit der flinken Antilope verglichen werden.
Die Gämse wird zur Subfamilie der caprinae /Paarhufer/, gezählt, neben Reh, Hirsch, Giraffe, Antilope und Büffel. Muskulöse Beine, Hufe mit einem elastischen Innern und ein größeres Herz als bei anderen Säugetieren ermöglichen der leichten Gämse, steile Hänge zu erklettern.
Im Sommer hält sie sich in den oberen Gebirgspartien auf, in der alpinen Zone über der oberen Waldgrenze - dort weidet sie auf den Tatra-Matten. I
Im Sommer hält sie sich in den oberen Gebirgspartien auf, in der alpinen Zone über der oberen Waldgrenze - dort weidet sie auf den Tatra-Matten. I
m Winter, wenn die Lebensbedingungen härter werden, steigt sie in den Hochwald hinunter, wo sie sich vorwiegend von Zweigen, Moos, Flechte und trockenem Gras ernährt. Ihr dickes, aus drei Haararten bestehendes Fell, schützt sie vor der Kälte. Im Sommer ist es rotbraun und sie hat einen schwarzen Streifen auf dem Rücken, im Winter schwarzbraun. Das Schwarz soll die warmen Sonnenstrahlen einfangen.
Die Gämsen werden morgens und abends am aktivsten. Im Mai und im Juni kommen einzelne Junge zur Welt. Erwachsene Männchen leben allein, Jungen und Weibchen in kleinen Herden. In der polnischen Tatra wurden entlang des gesamtes Hauptgrates zehn Herden gezählt. Vier davon sind "Gemeinschaftsherden", die sowohl in Polen als auch in der Slowakei leben.
In der polnischen Tatra steht die Gämse seit 1869 unter Schutz. Seit 1957, als 77 Exemplare gezählt wurden, führt der Tatra-Nationalpark jährlich eine Gämsenzählung durch. Ende 2001 lebten im Nationalpark 70 Gämsen, davon 25 in der Hohen und 45 in der Westlichen Tatra. Auf der slowakischen Seite leben 200 Gämsen. Die Gämse gehört zu den stark bedrohten Tierarten. Neben der Gämse ist das Murmeltier Symbol des Tatra-Nationalparks. Diese sympathischen Nager wohnen in Kolonien auf den hoch gelegenen Tatra-Matten. Sie graben sehr tiefe Baue mit mehreren Kammern, in denen die ganze Kolonie Winterschlaf hält. Dann senken sie ihre Körpertemperatur auf 4,6-7,6°C, atmen zwei- bis dreimal pro Minute und reduzieren ihren Herzschlag auf zehn Schläge pro Minute. Im Wachzustand haben Murmeltiere einen gesunden Appetit. Sie fressen Gras, Kräuter und Wurzeln. Während die Kolonie ungestört futtert, beobachtet ein Tier aufmerksam die Gegend - bei Gefahr pfeift es laut. Auf dieses Alarmzeichen reagiert übrigens auch die Gämse.
Das in der Tatra vorkommende Murmeltier ist kleiner und heller als das der Alpen.
Die Gämsen werden morgens und abends am aktivsten. Im Mai und im Juni kommen einzelne Junge zur Welt. Erwachsene Männchen leben allein, Jungen und Weibchen in kleinen Herden. In der polnischen Tatra wurden entlang des gesamtes Hauptgrates zehn Herden gezählt. Vier davon sind "Gemeinschaftsherden", die sowohl in Polen als auch in der Slowakei leben.
In der polnischen Tatra steht die Gämse seit 1869 unter Schutz. Seit 1957, als 77 Exemplare gezählt wurden, führt der Tatra-Nationalpark jährlich eine Gämsenzählung durch. Ende 2001 lebten im Nationalpark 70 Gämsen, davon 25 in der Hohen und 45 in der Westlichen Tatra. Auf der slowakischen Seite leben 200 Gämsen. Die Gämse gehört zu den stark bedrohten Tierarten. Neben der Gämse ist das Murmeltier Symbol des Tatra-Nationalparks. Diese sympathischen Nager wohnen in Kolonien auf den hoch gelegenen Tatra-Matten. Sie graben sehr tiefe Baue mit mehreren Kammern, in denen die ganze Kolonie Winterschlaf hält. Dann senken sie ihre Körpertemperatur auf 4,6-7,6°C, atmen zwei- bis dreimal pro Minute und reduzieren ihren Herzschlag auf zehn Schläge pro Minute. Im Wachzustand haben Murmeltiere einen gesunden Appetit. Sie fressen Gras, Kräuter und Wurzeln. Während die Kolonie ungestört futtert, beobachtet ein Tier aufmerksam die Gegend - bei Gefahr pfeift es laut. Auf dieses Alarmzeichen reagiert übrigens auch die Gämse.
Das in der Tatra vorkommende Murmeltier ist kleiner und heller als das der Alpen.
Der Bestand wurde durch Jagen und Abfangen stark verringert. Sein Fett war in der Naturmedizin sehr gefragt. Eine vor einigen Jahren durchgeführte Untersuchung des Bayer-Konzerns konnte jedoch keine besonderen Heilwirkungen dieses Fettes feststellen. Trotzdem wird es immer noch von Wilderern gejagt. In Polen ist es streng geschützt. Es gehört zu den ersten, schon 1869 unter Schutz gestellten Tierarten. Gegenwärtig leben 200 Murmeltiere in der Tatra.
Im höchsten Gebirge Polens leben mehrere Braunbären. Problematisch ist das Verhalten mancher Menschen ihnen gegenüber. Einige Touristen lechzen geradezu nach dem Kontakt mit der wilden Natur. Sie verhalten sich manchmal irrational und provozieren Begegnungen mit wilden Tieren. Nationalparkmitarbeiter raten, die Braunbären zu meiden, sie nicht zu füttern, keine Essensreste außerhalb der Abfallkörbe und keinen Proviant in parkenden Autos liegen zu lassen. Nach 1945 gab es zehn Braunbären in Europa. In Polen leben heute 100, das sind genauso viel wie in der gesamten EU.
Im höchsten Gebirge Polens leben mehrere Braunbären. Problematisch ist das Verhalten mancher Menschen ihnen gegenüber. Einige Touristen lechzen geradezu nach dem Kontakt mit der wilden Natur. Sie verhalten sich manchmal irrational und provozieren Begegnungen mit wilden Tieren. Nationalparkmitarbeiter raten, die Braunbären zu meiden, sie nicht zu füttern, keine Essensreste außerhalb der Abfallkörbe und keinen Proviant in parkenden Autos liegen zu lassen. Nach 1945 gab es zehn Braunbären in Europa. In Polen leben heute 100, das sind genauso viel wie in der gesamten EU.
Im Bieszczady-Gebirge, einem für europäische Verhältnisse riesengroßen wilden Gebiete gibt es etwa 60 Exemplare. Außerhalb von Tatra und Bieszczady-Gebirge leben Braunbären in Polen nur noch auf dem Berg Babia Góra in den Beskiden. Trotz der scheinbaren Schwerfälligkeit bewegen sie sich gewandt und schnell und erreichen auf kurzen Strecken bis zu 65 km/h.
In den entvölkerten Gebieten des Bieszczady-Gebirges konnten Wölfe die Zeit der rücksichtslosen Ausrottung überleben. Hier gibt es polenweit die meisten Wölfe. Sie jagen vor allem Hirsche, Rehe und Elche. Auf der Suche nach Nahrung können sie am Tag bis zu 40 km laufen. Sie spielen eine große Rolle, weil sie schwache und kranke Tiere fressen. Es kommt vor, dass sie im Winter Schafe reißen. Deswegen fordert ein Teil der Landwirte der Bieszczady-Region, die Zahl der Wölfe durch Abschussgenehmigungen zu verringern.
Im Bieszczady-Gebirge leben auch Luchs, Wildkatze, Fischotter, Uhu und Fuchs. Ferner sind hier seltene Raubvogelarten wie Steinadler und Wanderfalke zu Hause. Die Steinadler beherrschen den Himmel über den Karpaten. Diese herrlichen Vögel lebten einst auf der gesamten polnischen Tiefebene und in ganz Europa. Da die alten Waldbestände in den Tieflandwäldern nicht mehr existieren, lebt dieser Vogel heute hauptsächlich in den Bergen. In Polen gibt es nur 15 Steinadlerpaare, die meisten in den Karpaten. Ihr zweiter Lebensraum sind die Masuren.
Der Steinadler wird 90 cm lang und 4 kg schwer. Seine Flügelspannweite überschreitet 2,2 m, sein Gefieder ist dunkelbraun, der Schwanz schwarz. Nur Kopf und Nacken schimmern goldfarbig. Das Weibchen ist viel größer als das Männchen. Der Adler fängt mittelgroße Säugetiere und Vögel, die er mit seinen Krallen hochhebt und dann auf die Erde aufprallen lässt. Die tote Beute bringt er dann in sein Nest. Er frisst auch von Aas. Im Sturzflug erreicht er 160 km/h. Seine Nester baut er an Felsenhängen oder in hohen Baumkronen. Er kann 100 Jahre werden. Die meisten Adlerpaare haben mehrere Nester, die sie abwechselnd nutzen. Ein Nest, das über mehrere Saisons benutzt worden ist, kann einen Durchmesser von 2 m haben und 1,5-2 m hoch sein. Das Weibchen legt zwei Eier, die sie 41-45 Tage ausbrütet. Die Jungvögel bleiben etwa 80 Tage im Nest. In Polen ist der Steinadler streng geschützt. Spezielle Vorschriften bestimmen den Abstand von den Steinadlernestern zu Gebieten, in denen Forst- oder Landwirtschaft betrieben werden darf.
Der Ahnherr des polnischen Wappens ist wahrscheinlich der Seeadler als der größte polnische Raubvögel. Er nistet im Norden des Landes, hauptsächlich auf der Insel Wollin und nahe der Ostseeküste. Ähnlich wie beim Steinadler stehen nicht nur diese Vögel unter Schutz, sondern auch ihre Brutstätten. Der Seeadler wird bis 95 cm lang, seine Flügelspannweite erreicht 250 cm, er wird bis zu 6 kg schwer. Das Gefieder hat unabhängig vom Geschlecht die gleichen Farben: der Kopf und der Hals sind beige, der Rücken, die Flügel und der Bauch dunkelbraun und der Schwanz ist weiß. Der Seeadler fängt vorwiegend Fische und Wasservögel, z. B. Enten, Gänse und Haubentaucher. Er ernährt sich auch von Aas. Seine Nester baut er in den Kronen hoher Bäume, auf Felsenvorsprüngen oder direkt auf der Erde, auf kleinen Inseln, auf denen keine Raubtiere leben.
Der kleinste polnische Adler ist der Schreiadler. Die Spannweite seiner Flügel beträgt 160 cm. Er lebt in den Beskid Niski, dem wildesten und größten Teil der polnischen Beskiden.
Fledermäuse: 1000 Mücken in einer Nacht
Polen besitzt das europaweite einzigartige Fledermausreservat "Nietoperek?, wo jährlich mehrere tausend Tiere überwintern. Dazu gehört ein unterirdisches Fragment des Miedzyrzecki Rejon Umocniony / Meseritzer Gebietes im Westen von Wielkopolska / Großpolen, das von den Deutschen 1925-41 aus Eisenstahlbeton erbaut wurde. Das 30-50 m unter der Erde liegende Labyrinth aus langen Fluren ist ein Zufluchtsort für diese faszinierenden Tiere, die übrigens weltweit am wenigsten erforscht sind.
Die Fledermaus ist das einzige Säugetier, das fliegen kann. Sie kommt bereits seit 55 Mio. Jahren auf der Erde vor. Sie baut sich keine Behausung, sondern wohnt in Felsen- und Baumhöhlen sowie auf Dachböden. Am Tage schläft sie, um dann nachts aktiv zu werden. Den Raum erkundet sie weder mit den Augen noch mit dem Geruchsinn, sondern mit Ultraschallwellen. Sie ist sehr nützlich, weil sie pro Nacht mehrere Tausend Insekten, darunter auch viele Pflanzenschädlinge vertilgt. Man kennt über 900 Fledermausarten, von denen 21 in Polen auftreten. Die kleinste in Polen lebende Art ist die Zwergfledermaus. Sie wiegt 5 g, hat 20 cm Flügelspannweite und frisst pro Nacht etwa 1000 Mücken.
Zwei der in Polen vorkommenden Arten - Zwergfledermaus und Blattnase - halten Winterschlaf. Dann sind sie vollkommen wehrlos. Ihre Körpertemperatur passt sich der Temperatur der Umgebung an, die Lebensprozesse verlaufen langsamer: Puls und Atemfrequenz nehmen ab. Den Winter überlebt die Fledermaus mühelos, da das im Herbst gespeicherte Fett nur langsam abgebaut wird. Wenn man sie in dieser Phase zu oft weckt, kann sie sterben, weil das Aufwachen jeweils mit großen Energieverlusten verbunden ist. Im Winterschlaf erinnert sie an ein Gerät im Stand-by-Betrieb - sie erwacht, wenn sich das Klima ändert. Wenn es zu warm oder zu kalt wird oder wenn die Luftfeuchtigkeit sinkt, sucht sie sich eine andere Schlafstätte. Ihre Körperoberfläche ist im Verhältnis zu ihrem Gewicht sehr groß - daher ist die Erhaltung der Körperfeuchtigkeit für das Überleben wichtig. Da sie während des Schlafs keine Flüssigkeit aufnehmen kann, muss sie einen Ort mit beinahe 100 % Luftfeuchtigkeit finden, z. B. Höhlen, wo auch das Mikroklima und die Temperatur stabil sind. Man findet in Polen die meisten Fledermäuse in den Höhlen der Wyzyna Krakowsko-Czestochowska / Krakau-Tschenstochauer Hochebene. Eine davon heißt sogar "Fledermaushöhle". Dort leben Blattnase und Myotis. Polens Klima erlaubt es ihnen, den ganzen Winter, der 5-6 Monate bzw. 180 Tage dauert, durchzuschlafen. So lange muss das gespeicherte Fett ausreichen, da es in dieser Zeit kaum Insekten gibt. Weiter nördlich treten Fledermäuse nicht mehr auf.
Fledermäuse sind Glücksbringer
Fledermäuse gelten im Fernen Osten als Glückssymbol. In China kennt man z. B. den glücksbringenden Talisman wu fu (fünf Fledermäuse), auf dem Fledermausflügel miteinander verflochten und ihre Köpfe nach innen gerichtet sind. Dort befindet sich der Baum des Lebens. In den indianischen Kulturen (Azteken und Mayas) stellten Fledermäuse Gottheiten dar. Die Fledermaus verkörperte den Gott der Fruchtbarkeit.
Sämtliche Fledermausarten stehen unter Naturschutz. Bereits 1868 hat das autonome Parlament Galiziens den weltweit ersten Entwurf eines entsprechenden Gesetzes ausgearbeitet, das jedoch niemals in Kraft trat. Damals hielt man Fledermäuse noch für Vögel. Heute stehen sie in fast allen europäischen Ländern unter Schutz, in Polen seit 1952. Dies musste geschehen, da ihre Zahl rapide abnahm. Oft war und ist der Mensch daran Schuld. Durch Pflanzenschutzmittel werden Insekten als Nahrungsquelle vernichtet. Man hat auch alte Häuser abgerissen, Wälder gerodet und Höhlen zerstört, so dass es immer weniger Zufluchtstätten gab.
In letzter Zeit steigt ihre Zahl wieder, weil bestimmte Insektenbekämpfungsmittel seltener verwendet werden und weil die Umwelt sauberer wird. An Fledermäusen lässt sich das gut ablesen. Die Beobachtung ihrer Verhaltensweise kann zu einer spezifischen Art der Umweltüberwachung werden.
Drei Vampir-Arten
Hinsichtlich ihrer Ernährungsweise unterscheiden sich manche Fledermausarten sehr voneinander. Manche bevorzugen Fisch, Obst und Staub, aber es gibt auch Raubfledermäuse. Drei Fledermausarten ernähren sich vom Blut warmblütiger Wirbeltiere, also von Säugetieren und Vögeln. Sie treten ausschließlich in der tropischen Zone Süd- und Mittelamerikas auf. Die "Vampirfledermäuse" befallen hauptsächlich Pferde- und Kuhherden, indem sie ein Stück Fleisch herausbeißen und das austretende Blut auflecken. An Kühen und Pferden mangelt es in Polen keinesfalls. Warum gibt es hier also keine Vampire? Blut ist sehr kalorienarm und die Fledermaus ist nicht imstande, so viel davon zu verzehren, dass ihre Wärmeregulierung auf entsprechendem Niveau bleibt. Blut ist einfach keine besonders gute Nahrung. Da es in den Tropen sehr warm ist, braucht die Fledermaus weniger Nahrung, um ihre Körpertemperatur stabil zu halten. Deshalb leben die Vampire in Südamerika nahe des Äquators.
Die Fledermausweibchen bringen meist nur ein Junges zur Welt. Die Tragezeit dauert etwa acht Wochen und ist von der Temperatur abhängig. Die in unserem Klima lebenden Fledermäuse sind zu einer Zeit trächtig, in der es auch Nahrung gibt. Ihre Fortpflanzungskolonien entstehen im Mai und die Jungen kommen etwa Mitte Juni zur Welt. In den Tagen nach der Geburt trägt das Muttertier das Junge noch am Körper. Innerhalb von 6-7 Wochen werden die Jungen selbständig, flügge und jagdfähig. Ende Juli, Anfang August zerstreut sich die Kolonie. In dieser Zeit leben die Männchen allein.
Polen - ein Vogelparadies
In Polen gibt es 406 Vogelarten, darunter 232 Brutvögel. Ein Viertel der Vögel ist ganzjährig im Lande. Einige nördliche Vogelarten verbringen hier den Winter. Im Sommer kommen viele Schwäne und Störche hier her.
Zu den häufigsten Vogelarten Polens zählen: Blässhuhn, Doppelhaubentaucher und Stockente. Unter den Nist- und bleibenden Vögeln, sind 21 Arten europäischer, 14 arktischer und 118 sibirischer Abstammung. Die übrigen Arten stammen aus dem Süden und verbringen den Winter in Südafrika.
Der Biebrza-Talkessel / Kotlina Biebrzanska ist ein Vogelparadies. Er gehört mit seiner Natur zu Polens ungewöhnlichsten Regionen, ist das wertvollste Sumpf- und Torfgebiet und ein wichtiges Vogelbrutgebiet in Europa. Hier leben 263 Vogelarten, darunter 185 Brutvogelarten. Während der Brutperiode und in der Zeit der Vogelzüge erscheinen hier Unmengen von Vögeln. Im Frühling und im Herbst sind es riesige Scharen von Gänsen, Enten, Kranichen, Kampfläufern und Strandläufern. Ihr lauter Flügelschlag und ihr Geschnatter sind weit hörbar.
Für Wasser- und Sumpfvögel ist das Biebrza-Tal eine der letzten Zufluchtstätten, da die Mehrheit der ursprünglichen Sümpfe Europas entwässert wurde. Auch die Raubvögel scheinen diese Gebiete zu bevorzugen - an der Biebrza gibt es mit 25 Arten europaweit die meisten Raubvögel. Zahlreich vertreten sind auch Vögel, die für die Tundra und Taiga typisch sind. Hier verläuft ihre südliche bzw. westliche Lebensraumgrenze, sie bilden hier Inselpopulationen außerhalb ihres ursprünglichen Lebensraumes.
Von den 56 in Polen vom Aussterben bedrohten Vogelarten sind 21 an der Biebrza ansässig. Es sind u. a.: Rohrdommel, Spießente, Breitschnabel- und Schreiadler, Strandläufer, Doppelschnepfe, Waldstelze, Brachvogel, Seeschwalbe, Sumpfeule und Blauracke. Die Populationen dieser seltenen Vogelarten sind mitunter sehr zahlreich, manche gehören sogar zu den größten in West- und Mitteleuropa. Einige von ihnen, z. B. die aus 2000 Paaren bestehende Biebrza-Population des Rohrsängers, eines kleinen Singvogels, gelten weltweit als die größten. An der Biebrza gibt es 300 Nester des Kampfläufers, im übrigen Mitteleuropa dagegen nur 140. In Mitteleuropa wurden keine Standorte der Doppelschnepfe gefunden - an der Biebrza fand man hingegen etwa 400 Männchen.
Ein besonderes Ereignis ist die Balz der Doppelschnepfe. Sie beginnt am Abend und dauert bis in die späte Nacht hinein. Die Doppelschnepfe steigt auf ein Riedgrasbüschel, steht mehrere Minuten unbeweglich und holt tief Luft. Dann lässt sie einen Laut los, der kilometerweit hörbar ist. Im Kulminationsmoment flattert sie mit den Flügeln, und dann erstarrt sie wieder. Auf diese Weise markiert sie ihr Territorium.
Sehr effektvoll balzt auch der große und relativ seltene Auerhahn, der vor allem im Solska-Urwald / Puszcza Solska lebt. Er fächert seinen Schwanz auf und singt ein vierstrophiges Lied. Bei der letzten Strophe, während des so genannten Schleifens, verliert er für einen Moment seine Sehkraft und sein Gehör. Jagd, Wilderei und forstwirtschaftliche Tätigkeit haben den Auerhahnbestand stark verringert. Man schätz ihn auf nur noch einige Hundert Exemplare. Sie leben vorwiegend in Fichtenwäldern. Das mit ihm verwandte Haselhuhn lebt hauptsächlich in Gebirgswäldern.
Der Auerhahn lebt u. a. in der Tucheler Heide / Bory Tucholskie. Dort kommen auch andere seltene Arten wie Schwarzstorch, Birkhahn und Kormoran vor. Seltene und bedrohte Arten leben auch in der Region Polesie: u. a. Weihe, Brachvogel, Pfuhlschnepfe, Uferschnepfe, Birkhahn, Sumpfeule und Kranich. An den Masurischen Seen nisten Graureiher, Graugans, Fischadler und Mäusebussard. Der See Luknajno im Land der großen Masurischen Seen ist ein weltweit anerkanntes Biosphärenreservat und gehört zu Europas größten Brutstätten des Höckerschwans. Immer häufiger begegnet man auch der Silbermöwe - der größten in Polen nistenden Möwe, deren Flügelspannweite 1,5 m erreicht. Vor 30 Jahren gab es in Polen nur zwei Silbermöwenkolonien. Gegenwärtig hat sich ihre Zahl und ihr Lebensraum bedeutend vergrößert.
Von großer Bedeutung ist für die Zugvögel auch das Mündungsgebiet der Warthe in die Oder, das zu einem Reservat gehört und 200 Vogelarten beheimatet. Die Hälfte von ihnen sind Brutvögel. Hier nisten auch viele Wasservögel in großen Kolonien. Es gibt hier 12 000 Lachmöwen, 28 000 Blesshühner und 4000 Stockenten. Besonders groß ist die Kolonie der Kormorane mit 500 Nestern. Es ist ferner der größte mitteleuropäische Lebensraum der Graugans.
Näher am Menschen
Viele Tiere sind mit Landschaften verbunden, die vom Menschen geschaffen wurden. Auf Wiesen brüten Vögel und auf den Feldern leben Mäuse, Wühlmäuse (vor allem Feldmäuse), Hamster und Rebhühner. In Stadt und Land leben Hausmäuse, Spatzen und der schwalbenähnliche, flinke Mauersegler, der bis zu 170 km/h fliegen kann. Er gehört nach Taube und Spatz zu den Vögeln, die am häufigsten in Warschau vorkommen, obwohl er aus Felslandschaften stammt.
Die Schwalbe baut ihr Nest aus Lehm und Speichel meist unter Hausdächern auf dem Lande. Die Fensterschwalbe klebt ihren halbrunden Bau an Hauswände und die Rauchschwalbe nistet dagegen an Wirtschaftsgebäuden wie z. B. an Ställen. Ihr Nest hat ein sehr breites Einflugloch.
Einige Tierarten sind den Menschen nähergerückt. Typische Waldvögel siedelten in Städte über: der Star Ende 19., Anfang 20. Jh., die Amsel in der Mitte des 20. Jh. und noch später kam die Elster. Ähnliches gilt für Ringeltaube, Turmfalke und Krähe. 1943 erschien in Polen die Türkische Lachtaube, die seit etwa 1920 aus dem europäischen Teil der Türkei immer mehr nach Nordwesten vorrückte und sich immer nur in Städten niederließ. In den Stadtparks haben auch Schwäne ihr Zuhause. Dort kann man immer öfter Waldvögel beobachten wie Specht, Fliegenschnäpper und Drossel. Selbst die Bachstelze, die an Berge gewöhnt ist, fühlt sich in Warschau zu Hause - ihre Brutstätte verlegt er erst, wenn ihr z. B. die Metro-Bauarbeiter zu nahe rücken. Gegenwärtig erobern Möwen die Städte. Ihre Nester wurden u. a. auf Hausdächern des Seebads Kolobrzeg / Kolberg und im 18 km von der Ostsee entfernten Slupsk / Stolp gesichtet.
Viele Vogelarten hat der Mensch nach Polen gebracht. Amerikanischer Nerz, Marderhund und Bisamratte sind Flüchtlinge aus Pelztierfarmen, die vor etwa 75 Jahren aus Tschechien nach Polen kamen. Andere Tierarten wurden als Jagdtiere eingeführt: Fasan, Mufflon (ein Vorfahre des Schafs, der in den Sudeten / Sudety und im Heiligkreuzgebirge / Góry ?wietokrzyskie vorkommt), Damhirsche und Ost-Hirsche.
Flüsse, Seen und die Ostsee
Die großen Flüsse Polens sind stark verschmutzt und bieten Fischen keine guten Lebensbedingungen. In den kurzen Flüssen in Pomorze / Pommern und in den Masuren / Mazury sowie in Gebirgsbächen leben Forellen. Zur Laichzeit verweilen hier Seeforellen - eine "wandernde? Abart des Lachses (auch Lachsforelle genannt). Wegen dieses Fisches ist der gesamte, über 200 km lange Fluss Drweca und der ein wenig kürzere Pasleka zum Naturreservat erklärt worden. In der durch die Wälder von Pomorze / Pommern fließenden Drawa laichen Lachse. Dieser Strom gehört zu den reinsten Flüssen des Landes.
Für die reinen Gewässer sind Ukelei und Plötze typisch. Die Plötze gehört zu den am häufigsten in Polen vorkommenden Fischarten und tritt mit Ausnahme steiler Gebirgsbäche überall auf. Häufige anzutreffen sind auch Schleie, Karpfen, Barsch, Hecht, Aal und Brasse, die meist in flachen und warmen Flussunterläufen zu finden ist. Der mit dem Barsch verwandte Zander kann einige Kilogramm schwer werden. Sehr widerstandsfähig sind Karauschen, seit kurzem gibt es auch wieder Welse, die zu den größten Süßwasserfischen Europas gehören. Manchmal gelingt es den Anglern, etwa 30 kg schwere Exemplare zu fangen. In mittleren Flussläufen lebt die Barbe. Sie benötigt sehr sauberes Wasser und eine schnelle Strömung, daher ist sie in Polen ziemlich selten. In reinen und tiefen, sauerstoffreichen Seen leben Zander, Renke und Maräne. Die Renke ernährt sich von Plankton und schwimmt der Ernährung wegen fast an die Wasseroberfläche. Je nahrungsreicher ein See wird, desto mehr wird sie von anderen Fischarten verdrängt. In kühlem Wasser der nordöstlichen Seen fühlen sich Quappe und Schlammspeitzker am wohlsten. Der See Morskie Oko / Meeresauge ist der einzige See der Tatra, in dem eine natürliche Fischbrut stattfindet. Hier leben Forellen und früher gab es hier auch den Dunajec-Lachs, d. h. die nach dem Fluss Dunajec benannte Lachsforelle.
Die Ostsee ist wegen ihres niedrigen Salzgehalts sehr tierarm. Das Wasser der Ostsee enthält fünfmal weniger Salz als die Nordsee oder der Atlantik. Daher treten hier keine meerestypischen Tiergruppen wie Stachelhäuter und Kopffüßer auf. Es gibt hier nur wenige Arten von Schnecken und Muscheln und nur eine Medusenart. Muscheln und Quallen werden in der Ostsee nur halb so groß wie in der Nordsee.
Zahlreich vertreten ist ein dem Tausendfüßler ähnelndes Krustentier - ein Relikt aus der Eiszeit. Die häufigsten Ostseefische sind Hering und Dorsch. Gefischt wird nach Sprotten, einigen Flunderarten und nach Lachs. Die Graue Seerobbe, die einst zahlreich an der Zatoka Gdanska / Danziger Bucht vertreten war, lebt heute nur noch in der nördlichen Ostsee. An der polnischen Küste erscheinen sporadisch Grau-, Gemeine und Ringelrobbe sowie der Schweinwal (Tümmler). Wale treten in der Ostsee kaum auf. Nur sporadisch wurden vereinzelte Exemplare gesichtet. Die Ostsee bietet Walen zu wenig Nahrung und ist für sie zu flach. Außerdem sind die dänischen Meeresengen, die in die breiten Ostseegewässer führen, für Wale schwer passierbar.
In den entvölkerten Gebieten des Bieszczady-Gebirges konnten Wölfe die Zeit der rücksichtslosen Ausrottung überleben. Hier gibt es polenweit die meisten Wölfe. Sie jagen vor allem Hirsche, Rehe und Elche. Auf der Suche nach Nahrung können sie am Tag bis zu 40 km laufen. Sie spielen eine große Rolle, weil sie schwache und kranke Tiere fressen. Es kommt vor, dass sie im Winter Schafe reißen. Deswegen fordert ein Teil der Landwirte der Bieszczady-Region, die Zahl der Wölfe durch Abschussgenehmigungen zu verringern.
Im Bieszczady-Gebirge leben auch Luchs, Wildkatze, Fischotter, Uhu und Fuchs. Ferner sind hier seltene Raubvogelarten wie Steinadler und Wanderfalke zu Hause. Die Steinadler beherrschen den Himmel über den Karpaten. Diese herrlichen Vögel lebten einst auf der gesamten polnischen Tiefebene und in ganz Europa. Da die alten Waldbestände in den Tieflandwäldern nicht mehr existieren, lebt dieser Vogel heute hauptsächlich in den Bergen. In Polen gibt es nur 15 Steinadlerpaare, die meisten in den Karpaten. Ihr zweiter Lebensraum sind die Masuren.
Der Steinadler wird 90 cm lang und 4 kg schwer. Seine Flügelspannweite überschreitet 2,2 m, sein Gefieder ist dunkelbraun, der Schwanz schwarz. Nur Kopf und Nacken schimmern goldfarbig. Das Weibchen ist viel größer als das Männchen. Der Adler fängt mittelgroße Säugetiere und Vögel, die er mit seinen Krallen hochhebt und dann auf die Erde aufprallen lässt. Die tote Beute bringt er dann in sein Nest. Er frisst auch von Aas. Im Sturzflug erreicht er 160 km/h. Seine Nester baut er an Felsenhängen oder in hohen Baumkronen. Er kann 100 Jahre werden. Die meisten Adlerpaare haben mehrere Nester, die sie abwechselnd nutzen. Ein Nest, das über mehrere Saisons benutzt worden ist, kann einen Durchmesser von 2 m haben und 1,5-2 m hoch sein. Das Weibchen legt zwei Eier, die sie 41-45 Tage ausbrütet. Die Jungvögel bleiben etwa 80 Tage im Nest. In Polen ist der Steinadler streng geschützt. Spezielle Vorschriften bestimmen den Abstand von den Steinadlernestern zu Gebieten, in denen Forst- oder Landwirtschaft betrieben werden darf.
Der Ahnherr des polnischen Wappens ist wahrscheinlich der Seeadler als der größte polnische Raubvögel. Er nistet im Norden des Landes, hauptsächlich auf der Insel Wollin und nahe der Ostseeküste. Ähnlich wie beim Steinadler stehen nicht nur diese Vögel unter Schutz, sondern auch ihre Brutstätten. Der Seeadler wird bis 95 cm lang, seine Flügelspannweite erreicht 250 cm, er wird bis zu 6 kg schwer. Das Gefieder hat unabhängig vom Geschlecht die gleichen Farben: der Kopf und der Hals sind beige, der Rücken, die Flügel und der Bauch dunkelbraun und der Schwanz ist weiß. Der Seeadler fängt vorwiegend Fische und Wasservögel, z. B. Enten, Gänse und Haubentaucher. Er ernährt sich auch von Aas. Seine Nester baut er in den Kronen hoher Bäume, auf Felsenvorsprüngen oder direkt auf der Erde, auf kleinen Inseln, auf denen keine Raubtiere leben.
Der kleinste polnische Adler ist der Schreiadler. Die Spannweite seiner Flügel beträgt 160 cm. Er lebt in den Beskid Niski, dem wildesten und größten Teil der polnischen Beskiden.
Fledermäuse: 1000 Mücken in einer Nacht
Polen besitzt das europaweite einzigartige Fledermausreservat "Nietoperek?, wo jährlich mehrere tausend Tiere überwintern. Dazu gehört ein unterirdisches Fragment des Miedzyrzecki Rejon Umocniony / Meseritzer Gebietes im Westen von Wielkopolska / Großpolen, das von den Deutschen 1925-41 aus Eisenstahlbeton erbaut wurde. Das 30-50 m unter der Erde liegende Labyrinth aus langen Fluren ist ein Zufluchtsort für diese faszinierenden Tiere, die übrigens weltweit am wenigsten erforscht sind.
Die Fledermaus ist das einzige Säugetier, das fliegen kann. Sie kommt bereits seit 55 Mio. Jahren auf der Erde vor. Sie baut sich keine Behausung, sondern wohnt in Felsen- und Baumhöhlen sowie auf Dachböden. Am Tage schläft sie, um dann nachts aktiv zu werden. Den Raum erkundet sie weder mit den Augen noch mit dem Geruchsinn, sondern mit Ultraschallwellen. Sie ist sehr nützlich, weil sie pro Nacht mehrere Tausend Insekten, darunter auch viele Pflanzenschädlinge vertilgt. Man kennt über 900 Fledermausarten, von denen 21 in Polen auftreten. Die kleinste in Polen lebende Art ist die Zwergfledermaus. Sie wiegt 5 g, hat 20 cm Flügelspannweite und frisst pro Nacht etwa 1000 Mücken.
Zwei der in Polen vorkommenden Arten - Zwergfledermaus und Blattnase - halten Winterschlaf. Dann sind sie vollkommen wehrlos. Ihre Körpertemperatur passt sich der Temperatur der Umgebung an, die Lebensprozesse verlaufen langsamer: Puls und Atemfrequenz nehmen ab. Den Winter überlebt die Fledermaus mühelos, da das im Herbst gespeicherte Fett nur langsam abgebaut wird. Wenn man sie in dieser Phase zu oft weckt, kann sie sterben, weil das Aufwachen jeweils mit großen Energieverlusten verbunden ist. Im Winterschlaf erinnert sie an ein Gerät im Stand-by-Betrieb - sie erwacht, wenn sich das Klima ändert. Wenn es zu warm oder zu kalt wird oder wenn die Luftfeuchtigkeit sinkt, sucht sie sich eine andere Schlafstätte. Ihre Körperoberfläche ist im Verhältnis zu ihrem Gewicht sehr groß - daher ist die Erhaltung der Körperfeuchtigkeit für das Überleben wichtig. Da sie während des Schlafs keine Flüssigkeit aufnehmen kann, muss sie einen Ort mit beinahe 100 % Luftfeuchtigkeit finden, z. B. Höhlen, wo auch das Mikroklima und die Temperatur stabil sind. Man findet in Polen die meisten Fledermäuse in den Höhlen der Wyzyna Krakowsko-Czestochowska / Krakau-Tschenstochauer Hochebene. Eine davon heißt sogar "Fledermaushöhle". Dort leben Blattnase und Myotis. Polens Klima erlaubt es ihnen, den ganzen Winter, der 5-6 Monate bzw. 180 Tage dauert, durchzuschlafen. So lange muss das gespeicherte Fett ausreichen, da es in dieser Zeit kaum Insekten gibt. Weiter nördlich treten Fledermäuse nicht mehr auf.
Fledermäuse sind Glücksbringer
Fledermäuse gelten im Fernen Osten als Glückssymbol. In China kennt man z. B. den glücksbringenden Talisman wu fu (fünf Fledermäuse), auf dem Fledermausflügel miteinander verflochten und ihre Köpfe nach innen gerichtet sind. Dort befindet sich der Baum des Lebens. In den indianischen Kulturen (Azteken und Mayas) stellten Fledermäuse Gottheiten dar. Die Fledermaus verkörperte den Gott der Fruchtbarkeit.
Sämtliche Fledermausarten stehen unter Naturschutz. Bereits 1868 hat das autonome Parlament Galiziens den weltweit ersten Entwurf eines entsprechenden Gesetzes ausgearbeitet, das jedoch niemals in Kraft trat. Damals hielt man Fledermäuse noch für Vögel. Heute stehen sie in fast allen europäischen Ländern unter Schutz, in Polen seit 1952. Dies musste geschehen, da ihre Zahl rapide abnahm. Oft war und ist der Mensch daran Schuld. Durch Pflanzenschutzmittel werden Insekten als Nahrungsquelle vernichtet. Man hat auch alte Häuser abgerissen, Wälder gerodet und Höhlen zerstört, so dass es immer weniger Zufluchtstätten gab.
In letzter Zeit steigt ihre Zahl wieder, weil bestimmte Insektenbekämpfungsmittel seltener verwendet werden und weil die Umwelt sauberer wird. An Fledermäusen lässt sich das gut ablesen. Die Beobachtung ihrer Verhaltensweise kann zu einer spezifischen Art der Umweltüberwachung werden.
Drei Vampir-Arten
Hinsichtlich ihrer Ernährungsweise unterscheiden sich manche Fledermausarten sehr voneinander. Manche bevorzugen Fisch, Obst und Staub, aber es gibt auch Raubfledermäuse. Drei Fledermausarten ernähren sich vom Blut warmblütiger Wirbeltiere, also von Säugetieren und Vögeln. Sie treten ausschließlich in der tropischen Zone Süd- und Mittelamerikas auf. Die "Vampirfledermäuse" befallen hauptsächlich Pferde- und Kuhherden, indem sie ein Stück Fleisch herausbeißen und das austretende Blut auflecken. An Kühen und Pferden mangelt es in Polen keinesfalls. Warum gibt es hier also keine Vampire? Blut ist sehr kalorienarm und die Fledermaus ist nicht imstande, so viel davon zu verzehren, dass ihre Wärmeregulierung auf entsprechendem Niveau bleibt. Blut ist einfach keine besonders gute Nahrung. Da es in den Tropen sehr warm ist, braucht die Fledermaus weniger Nahrung, um ihre Körpertemperatur stabil zu halten. Deshalb leben die Vampire in Südamerika nahe des Äquators.
Die Fledermausweibchen bringen meist nur ein Junges zur Welt. Die Tragezeit dauert etwa acht Wochen und ist von der Temperatur abhängig. Die in unserem Klima lebenden Fledermäuse sind zu einer Zeit trächtig, in der es auch Nahrung gibt. Ihre Fortpflanzungskolonien entstehen im Mai und die Jungen kommen etwa Mitte Juni zur Welt. In den Tagen nach der Geburt trägt das Muttertier das Junge noch am Körper. Innerhalb von 6-7 Wochen werden die Jungen selbständig, flügge und jagdfähig. Ende Juli, Anfang August zerstreut sich die Kolonie. In dieser Zeit leben die Männchen allein.
Polen - ein Vogelparadies
In Polen gibt es 406 Vogelarten, darunter 232 Brutvögel. Ein Viertel der Vögel ist ganzjährig im Lande. Einige nördliche Vogelarten verbringen hier den Winter. Im Sommer kommen viele Schwäne und Störche hier her.
Zu den häufigsten Vogelarten Polens zählen: Blässhuhn, Doppelhaubentaucher und Stockente. Unter den Nist- und bleibenden Vögeln, sind 21 Arten europäischer, 14 arktischer und 118 sibirischer Abstammung. Die übrigen Arten stammen aus dem Süden und verbringen den Winter in Südafrika.
Der Biebrza-Talkessel / Kotlina Biebrzanska ist ein Vogelparadies. Er gehört mit seiner Natur zu Polens ungewöhnlichsten Regionen, ist das wertvollste Sumpf- und Torfgebiet und ein wichtiges Vogelbrutgebiet in Europa. Hier leben 263 Vogelarten, darunter 185 Brutvogelarten. Während der Brutperiode und in der Zeit der Vogelzüge erscheinen hier Unmengen von Vögeln. Im Frühling und im Herbst sind es riesige Scharen von Gänsen, Enten, Kranichen, Kampfläufern und Strandläufern. Ihr lauter Flügelschlag und ihr Geschnatter sind weit hörbar.
Für Wasser- und Sumpfvögel ist das Biebrza-Tal eine der letzten Zufluchtstätten, da die Mehrheit der ursprünglichen Sümpfe Europas entwässert wurde. Auch die Raubvögel scheinen diese Gebiete zu bevorzugen - an der Biebrza gibt es mit 25 Arten europaweit die meisten Raubvögel. Zahlreich vertreten sind auch Vögel, die für die Tundra und Taiga typisch sind. Hier verläuft ihre südliche bzw. westliche Lebensraumgrenze, sie bilden hier Inselpopulationen außerhalb ihres ursprünglichen Lebensraumes.
Von den 56 in Polen vom Aussterben bedrohten Vogelarten sind 21 an der Biebrza ansässig. Es sind u. a.: Rohrdommel, Spießente, Breitschnabel- und Schreiadler, Strandläufer, Doppelschnepfe, Waldstelze, Brachvogel, Seeschwalbe, Sumpfeule und Blauracke. Die Populationen dieser seltenen Vogelarten sind mitunter sehr zahlreich, manche gehören sogar zu den größten in West- und Mitteleuropa. Einige von ihnen, z. B. die aus 2000 Paaren bestehende Biebrza-Population des Rohrsängers, eines kleinen Singvogels, gelten weltweit als die größten. An der Biebrza gibt es 300 Nester des Kampfläufers, im übrigen Mitteleuropa dagegen nur 140. In Mitteleuropa wurden keine Standorte der Doppelschnepfe gefunden - an der Biebrza fand man hingegen etwa 400 Männchen.
Ein besonderes Ereignis ist die Balz der Doppelschnepfe. Sie beginnt am Abend und dauert bis in die späte Nacht hinein. Die Doppelschnepfe steigt auf ein Riedgrasbüschel, steht mehrere Minuten unbeweglich und holt tief Luft. Dann lässt sie einen Laut los, der kilometerweit hörbar ist. Im Kulminationsmoment flattert sie mit den Flügeln, und dann erstarrt sie wieder. Auf diese Weise markiert sie ihr Territorium.
Sehr effektvoll balzt auch der große und relativ seltene Auerhahn, der vor allem im Solska-Urwald / Puszcza Solska lebt. Er fächert seinen Schwanz auf und singt ein vierstrophiges Lied. Bei der letzten Strophe, während des so genannten Schleifens, verliert er für einen Moment seine Sehkraft und sein Gehör. Jagd, Wilderei und forstwirtschaftliche Tätigkeit haben den Auerhahnbestand stark verringert. Man schätz ihn auf nur noch einige Hundert Exemplare. Sie leben vorwiegend in Fichtenwäldern. Das mit ihm verwandte Haselhuhn lebt hauptsächlich in Gebirgswäldern.
Der Auerhahn lebt u. a. in der Tucheler Heide / Bory Tucholskie. Dort kommen auch andere seltene Arten wie Schwarzstorch, Birkhahn und Kormoran vor. Seltene und bedrohte Arten leben auch in der Region Polesie: u. a. Weihe, Brachvogel, Pfuhlschnepfe, Uferschnepfe, Birkhahn, Sumpfeule und Kranich. An den Masurischen Seen nisten Graureiher, Graugans, Fischadler und Mäusebussard. Der See Luknajno im Land der großen Masurischen Seen ist ein weltweit anerkanntes Biosphärenreservat und gehört zu Europas größten Brutstätten des Höckerschwans. Immer häufiger begegnet man auch der Silbermöwe - der größten in Polen nistenden Möwe, deren Flügelspannweite 1,5 m erreicht. Vor 30 Jahren gab es in Polen nur zwei Silbermöwenkolonien. Gegenwärtig hat sich ihre Zahl und ihr Lebensraum bedeutend vergrößert.
Von großer Bedeutung ist für die Zugvögel auch das Mündungsgebiet der Warthe in die Oder, das zu einem Reservat gehört und 200 Vogelarten beheimatet. Die Hälfte von ihnen sind Brutvögel. Hier nisten auch viele Wasservögel in großen Kolonien. Es gibt hier 12 000 Lachmöwen, 28 000 Blesshühner und 4000 Stockenten. Besonders groß ist die Kolonie der Kormorane mit 500 Nestern. Es ist ferner der größte mitteleuropäische Lebensraum der Graugans.
Näher am Menschen
Viele Tiere sind mit Landschaften verbunden, die vom Menschen geschaffen wurden. Auf Wiesen brüten Vögel und auf den Feldern leben Mäuse, Wühlmäuse (vor allem Feldmäuse), Hamster und Rebhühner. In Stadt und Land leben Hausmäuse, Spatzen und der schwalbenähnliche, flinke Mauersegler, der bis zu 170 km/h fliegen kann. Er gehört nach Taube und Spatz zu den Vögeln, die am häufigsten in Warschau vorkommen, obwohl er aus Felslandschaften stammt.
Die Schwalbe baut ihr Nest aus Lehm und Speichel meist unter Hausdächern auf dem Lande. Die Fensterschwalbe klebt ihren halbrunden Bau an Hauswände und die Rauchschwalbe nistet dagegen an Wirtschaftsgebäuden wie z. B. an Ställen. Ihr Nest hat ein sehr breites Einflugloch.
Einige Tierarten sind den Menschen nähergerückt. Typische Waldvögel siedelten in Städte über: der Star Ende 19., Anfang 20. Jh., die Amsel in der Mitte des 20. Jh. und noch später kam die Elster. Ähnliches gilt für Ringeltaube, Turmfalke und Krähe. 1943 erschien in Polen die Türkische Lachtaube, die seit etwa 1920 aus dem europäischen Teil der Türkei immer mehr nach Nordwesten vorrückte und sich immer nur in Städten niederließ. In den Stadtparks haben auch Schwäne ihr Zuhause. Dort kann man immer öfter Waldvögel beobachten wie Specht, Fliegenschnäpper und Drossel. Selbst die Bachstelze, die an Berge gewöhnt ist, fühlt sich in Warschau zu Hause - ihre Brutstätte verlegt er erst, wenn ihr z. B. die Metro-Bauarbeiter zu nahe rücken. Gegenwärtig erobern Möwen die Städte. Ihre Nester wurden u. a. auf Hausdächern des Seebads Kolobrzeg / Kolberg und im 18 km von der Ostsee entfernten Slupsk / Stolp gesichtet.
Viele Vogelarten hat der Mensch nach Polen gebracht. Amerikanischer Nerz, Marderhund und Bisamratte sind Flüchtlinge aus Pelztierfarmen, die vor etwa 75 Jahren aus Tschechien nach Polen kamen. Andere Tierarten wurden als Jagdtiere eingeführt: Fasan, Mufflon (ein Vorfahre des Schafs, der in den Sudeten / Sudety und im Heiligkreuzgebirge / Góry ?wietokrzyskie vorkommt), Damhirsche und Ost-Hirsche.
Flüsse, Seen und die Ostsee
Die großen Flüsse Polens sind stark verschmutzt und bieten Fischen keine guten Lebensbedingungen. In den kurzen Flüssen in Pomorze / Pommern und in den Masuren / Mazury sowie in Gebirgsbächen leben Forellen. Zur Laichzeit verweilen hier Seeforellen - eine "wandernde? Abart des Lachses (auch Lachsforelle genannt). Wegen dieses Fisches ist der gesamte, über 200 km lange Fluss Drweca und der ein wenig kürzere Pasleka zum Naturreservat erklärt worden. In der durch die Wälder von Pomorze / Pommern fließenden Drawa laichen Lachse. Dieser Strom gehört zu den reinsten Flüssen des Landes.
Für die reinen Gewässer sind Ukelei und Plötze typisch. Die Plötze gehört zu den am häufigsten in Polen vorkommenden Fischarten und tritt mit Ausnahme steiler Gebirgsbäche überall auf. Häufige anzutreffen sind auch Schleie, Karpfen, Barsch, Hecht, Aal und Brasse, die meist in flachen und warmen Flussunterläufen zu finden ist. Der mit dem Barsch verwandte Zander kann einige Kilogramm schwer werden. Sehr widerstandsfähig sind Karauschen, seit kurzem gibt es auch wieder Welse, die zu den größten Süßwasserfischen Europas gehören. Manchmal gelingt es den Anglern, etwa 30 kg schwere Exemplare zu fangen. In mittleren Flussläufen lebt die Barbe. Sie benötigt sehr sauberes Wasser und eine schnelle Strömung, daher ist sie in Polen ziemlich selten. In reinen und tiefen, sauerstoffreichen Seen leben Zander, Renke und Maräne. Die Renke ernährt sich von Plankton und schwimmt der Ernährung wegen fast an die Wasseroberfläche. Je nahrungsreicher ein See wird, desto mehr wird sie von anderen Fischarten verdrängt. In kühlem Wasser der nordöstlichen Seen fühlen sich Quappe und Schlammspeitzker am wohlsten. Der See Morskie Oko / Meeresauge ist der einzige See der Tatra, in dem eine natürliche Fischbrut stattfindet. Hier leben Forellen und früher gab es hier auch den Dunajec-Lachs, d. h. die nach dem Fluss Dunajec benannte Lachsforelle.
Die Ostsee ist wegen ihres niedrigen Salzgehalts sehr tierarm. Das Wasser der Ostsee enthält fünfmal weniger Salz als die Nordsee oder der Atlantik. Daher treten hier keine meerestypischen Tiergruppen wie Stachelhäuter und Kopffüßer auf. Es gibt hier nur wenige Arten von Schnecken und Muscheln und nur eine Medusenart. Muscheln und Quallen werden in der Ostsee nur halb so groß wie in der Nordsee.
Zahlreich vertreten ist ein dem Tausendfüßler ähnelndes Krustentier - ein Relikt aus der Eiszeit. Die häufigsten Ostseefische sind Hering und Dorsch. Gefischt wird nach Sprotten, einigen Flunderarten und nach Lachs. Die Graue Seerobbe, die einst zahlreich an der Zatoka Gdanska / Danziger Bucht vertreten war, lebt heute nur noch in der nördlichen Ostsee. An der polnischen Küste erscheinen sporadisch Grau-, Gemeine und Ringelrobbe sowie der Schweinwal (Tümmler). Wale treten in der Ostsee kaum auf. Nur sporadisch wurden vereinzelte Exemplare gesichtet. Die Ostsee bietet Walen zu wenig Nahrung und ist für sie zu flach. Außerdem sind die dänischen Meeresengen, die in die breiten Ostseegewässer führen, für Wale schwer passierbar.