Archäologiefest Biskupin
Archäologiefest - Biskupin
18-26.09.2010
Jedes Jahr findet in der steinzeitlichen Siedlung Biskupin das Archäologiefest statt. In der Holzsiedlung, die im 8. Jahrhundert vor Christus von Stämmen der Lausitzer Kultur errichtet wurde, wartet auf den Besucher eine ungewöhnliche Zeitreise. Sie werden Zeugen interessanter Vorführungen altertümlicher Handwerkstechniken und mittelalterlicher Mode. Ihre Fähigkeiten präsentieren Töpfer, Glaser, Schnitzer, Steinhauer und Täschner...
Die Teilnehmer des Fests können mit Bogen und Armbrust zu schießen und Münzen zu prägen lernen. Außerdem können sie Delikatessen probieren, die nach den Originalmethoden von vor Jahrhunderten gebacken wurden.
Die ersten Feste betrafen das Leben der Slawen, später waren auch die Kulturen der Römer, Ägypter und Wikinger Thema der Veranstaltungen.
Biskupin ist ein Dorf aus der Eisenzeit, in Polen im Wojewodschaft Kujawien-Pommern.
Es wurde 1933 erstmals systematisch untersucht und gilt heute als eines der wichtigsten Beispiele aus der Eisenzeit. Daneben findet man im Norden des heutigen Polen eine Reihe weniger gut erhaltener Siedlungen vergleichbarer Konstruktion und Kultur.
Man datiert Biskupin heute auf etwa 700 - 400 v. Chr. und rechnet es der Lausitzer Kultur zu.
Das Dorf bot etwa 1000 Bewohnern zusammen mit Rindern, Schweinen und Kleinvieh Platz. Das Dorf lag auf einer 6900 m2 großen Insel im Biskupiner See und war auf Pfählen im See gebaut, mit Zugang über eine einzige Brücke sowie durch Boote.
Dem feuchten Untergrund ist die Erhaltung eines großen Teils der hölzernen Bauten zu danken. Hölzernes Buhnenwerk sowie ein umlaufender Holz-Erde-Ringwall, dem hölzerne Innenbauten Halt verliehen, umgaben die Insel. Eine einzige Torgasse durchschnitt den Ringwall.
Ein mit Holz befestigter Damm verband die Insel mit dem Seeufer. Die Siedlung selbst bestand aus etwas über 100 in Blockhausbauweise errichteten Holzhäusern, die in 13 parallelen Zeilen angeordnet waren. Zwischen den Häuserzeilen verliefen, mit Bohlen belegte Straßen.
Die Häuser waren gleich groß (8 x 9 m). Jedes besaß an der Südseite einen Vorraum, dazu einen (oft in eine größere und eine kleinere Abteilung unterteilten) Hauptraum mit steinernem Herd. Das Siedlungsbild läßt einheitliche Planung erkennen.
Heute ist eine Rekonstruktion des Dorfes als Freilichtmuseum zu besichtigen.
Quelle: poland.gov.pl