Kloster Leubus / Lubiąż

Kloster Leubus / Lubiąż

Die Zisterzienser kamen im Jahre 1163 nach Lubiaż. Andere Quellen geben schon das Jahr 1150 an. Sie wurden die Nachfolger der dort ansässigen Benediktiner.

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Kloster_Leubus_Lubiaz1Der Initiator der Klosterstiftung in Lubiaż war im Jahre 1175 Herzog Boleslaus der Hohe (Wysoki) . Er ließ die grauen Mönche aus Pforte a/d Saale herbeiführen und wollte mit ihrer Hilfe die Ideologie und politische Position der Kirche stärken.

Die Zisterzienser kamen im Jahre 1163 nach Lubiaż. Andere Quellen geben schon das Jahr 1150 an. Sie wurden die Nachfolger der dort ansässigen Benediktiner.
Zur ersten Ausstattung gehörten Lubišż mit der St. Johanniskirche, dazu kamen Gewinne von Märkten, Wirtschaften, Mühlen, Flößen der Oder, Fischfangrechten, Meierhöfen und Zehnten.

Der Besitz des Klosters erweiterte sich systematisch.
Alle Dörfer, den Mönchen zugehörig, lagen auf fruchtbarem Boden und enthielten auch Bodenschätze.

Am Anfang des XIII Jahrhunderts verfügten sie über sechs Pfarrkirchen: St. Peter-Paul in Breslau, St. Jakob und der Allerseligsten Jungfrau Maria in Lubiaż, St. Johannes Evangelist im Städtchen Lubišż, der Allerseligsten Jungfrau Maria in Słupie, St. Stefanus in Bytom a/d Oder und einer Kapelle in Nabytno.

Kloster_Leubus_Lubiaz2Herzog Boleslaus starb im Jahre 1201 und wurde in der Klosterkirche Lubiaż begraben. Seither wurde die Kirche zum Mausoleum der schlesischen Piasten.
Aus finanziellen Gründen war es dem Kloster nicht möglich alle Güter zu behalten, da die Situation im benachbarten Großpolen instabil war, es kam auch zu Tatareneinfällen. Der Einfall der Mongolen - und die von Heinrich dem Frommen verlorene Schlacht bei Liegnitz (1241) wirkten sich auch für das Kloster äußerst negativ aus. Viele Dörfer waren abgebrannt.

Die umliegenden Feudalherren stellten Rückforderungen. Trotzdem besaßen die Zisterzienser in Lubišż die meisten Güter aller Klöster in Mittel-ost Europa.
In den späten vierziger Jahren des XIII Jh. begannen die Zisterzienser zu kolonisieren, dessen Höhepunkt in der Hälfte des XVI Jh. erreicht war.
Schon 1258 gab Boleslaus Rogatka den Zisterziensern das Recht, auf eigenen Böden nach Erzen zu graben.

Sie beschäftigten sich also außer mit Gartenbau, Obstanbau, Bienenzucht, Weinanbau und Fischfang, auch mit dem Bergbau. Sie besaßen eigene Mühlen, Fleichbänke und Brotbuden. Außerdem handelten sie mit Salz und Heringen, welche sie zollfrei aus Pommern einführten. Die weitere Aufteilung Schlesiens in viele Herzogtümer brachte es mit sich, dass viele Klöster im Herrschaftsgebiet verschiedener Herzöge lagen. Als das Kloster im XV Jh. seine Blütezeit hatte, begannen die Hussitenkriege und damit verbunden der wirtschaftliche Ruin.

Es kam aber auch zu einer Lockerung der klösterlichen Disziplin. Abt Andreas Hoffmann (1498-1534) gelang es, die Diszipln wieder zu erneuern, das Kloster aus den Schulden zu bringen und die Klostergebäude wieder aufzubauen. Papst Alexander VI zeichnete ihn für seine Verdienste im Jahre 1498 mit den Pontifikalien aus. Während der Reformation kam es zu vielen Austritten der Mönche aus dem Kloster.
Im Jahre 1523 wurde Friedrich II Herzog von Liegnitz und wollte 1544 das Kloster säkularisieren. Die Mönche stellten sich erfolgreich dagegen. Sie erhoben jedoch keinen Einspruch zum Übertritt ihrer Untertanen zum Protestantismus. Der Generalabt des Ordens schloß im Jahre 1577 das Kloster Lubiaż an die tschechische Provinz an. Von da an verzichteten die Mönche auf die Klausur und widmeten sich der Seelsorge und Verwaltung.

Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges begann in Lubiaż die Zeit der größten Blüte. Dem Aufbau des Klosterkompexes und der wachsenden Bedeutung des Klosters waren besonders den Äbten : Arnold Traberger, Johannes Reich (1672/91), Dominik Kreusenberger (1691/92) Balthasar Nietsche (1692/96) Ludwig Bauch (1696-1729) Dominik Süßmuth (1729/32) und Konstantin Beyer (1733-1747) zuzuschreiben. In Lubiaż entstand eine der größten Klosterbauten in Europa.

Kloster_LeubusDie Klosterbibliothek, deren Sammlung sich systematisch vergrößerte, wurde erneuert. Auch die Klosterwirtschaft erfuhr einen Aufschwung.

Im Jahre 1740 kam Schlesien unter die Herrschaft Preußens. Friedrich II verordnete der Abtei eine Kontributszahlung. Zur weiteren Verschlechterung führte auch der siebenjährige Krieg mit der Stationierung österreichischer und preußischer Truppen.
Im Jahre 1767 wurde das Kloster gezwungen, die merkantile Wirtschaftspolitik Friedrichs II einzuführen. Für die Abtei bedeutete das einen Anstieg der Verschuldung.

Zur Säkularisation der Abtei kam es am 21. November 1810. Die Wirtschaftsgebäude dienten nach 1817 verschiedenen Zwecken. In den Jahren von 1940-1945 wurden sie zur Munitionsfabrik, von 1945-1948 ein Lazarett für Soldaten der Roten Armee, von 1972/74 zur Ausstellungshalle. In der Zeit von 1975-1995 erfolgte die Instandsetzung des herzöglichen Saales. Seit 1989 obliegt die Betreuung der Klosterobjekte der Stiftung Lubiaż.


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Quelle: szlakcysterski.org

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