Kloster Oliva / Oliwa

Kloster_Oliva1Kloster Oliva / Oliwa
Das Stiftungsdatum des Klosters Oliwa ist umstritten. Am wahrscheinlichsten ist das Jahr 1178. Es ist anzunehmen, dass der pommersche Herzog Sambor I der Stifter war - jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass es Swiętopełek persönlich stiftete.

Nach der Stiftung übernahmen es die Mönche der Abtei Kołbacz, wohl mit Hilfe des dänischen Klosters Esrom, welches auch dem Kloster in Dargun behilflich war.

Die Abtei Oliwa war anfänglich hauptsächlich mit deutschen und dänischen Mönchen besetzt. Die erste Ausstattung umfasste nur wenige Landschenkungen und darum waren Zollfreiheit und die Zehnten eine wesentliche Beigabe. Gleichzeitig erhielt das Kloster Fischereirechte im Meer und an der Küste, sowie auch das Recht Handel zu betreiben.

Zu Ende des XII und Anfang des XIII Jh. war Oliwa in die Missionierung der Preussen involviert. Im XIII Jh. kam es zu Rivalitäten zwischen Dominikanern und Zisterziensern, wonach es zum Ausschluß der Zisterzienser aus der Missionsarbeit kam.

Kloster_Oliva2Das Jahr 1308 ist für die Geschichte der Abtei insofern wichtig, weil der Kreuzritterorden das Danziger Pommern übernahm. Im Jahre 1242 erwirkten die Zisterzienser die Bestätigungs-

Urkunde ihrer Güter und Privilegien, womit ein langjähriger Streit der Abtei und den Kreuzrittern beendet wurde. Nach dem Jahre 1466 unterhielt die Abtei rege Beziehungen zu den Königen Kasimir Jagiellończyk und Sigismund dem Älteren.

Beide bestätigten auch die Rechte der Abtei auf alle ihre Güter und Privilegien. Vom XV Jh. unterhielten die Mönche eine Klosterschule mit Aufteilung der Schüler in Novizen und Weltliche.

Die Mönche waren ständig oder auch zeitweise im Besitz einiger Seen. Die Haupteinnahmen waren die Zehnten, Fischfangrechte, Biberrechte, sie hatten auch Anpruch auf Bodenschätze. Von 1305 hatten sie auch das Recht Bernstein zu sammeln. In jenem Jahr erhielt das Kloster auch das Küsten- und Jagdrecht. Die Abtei besaß auch das Recht auf Bienenzucht und Wirtschaften. Über eine Müllerregale ward schon im Jahre 1226 berichtet.

Die Zisterzienser führten auch einen intensiven Meierhofbetrieb. Sie besaßen auch gerichtliche und und ökonomische Immunität.

Die Zisterzienser in Oliwa waren ein wichtiges Zentrum der geistigen Entwicklung des Danziger Pommern. Hier entstand um die Hälfte des XIV Jh. die Oliwaer Chronik, dessen Autor Abt Stanisław war. Oliwa war als Mittelpunkt des Kunsttischlerhandwerks bekannt. Die Werke der Mönche ziehrten viele Danziger Kirchen.

Von 1672-1702 unterhielten die Zisterzienser eine eigene Druckerei. Ihr Initiator war Abt Michał Antoni Hacki. Die Druckerei arbeitete fürs Kloster, das Jesuitenkollegium und die katholische Kirche. Der Druckerei angeschlossen waren eine Papierfabrik, eine Buchbinderei und eine Druckbuchstabengießerei.

Die Abtei und ihre Besitztümer wurden vielmals zerstört. Grund dafür waren Kriege und Konflikte im Land, der Einfall der Preussen, aber auch - besonders während des 13-jährigen Krieges (1454-1466) - die Kreuzritter. Im Jahre 1577 wiederum stürmten Danziger Bürger das Kloster, zerstörten die Kirche sowie die Güter der Abtei.

Nach dem Sieg des Königs mussten die Danziger das Kloster wieder aufbauen, sowie eine Entschädigung zahlen. Im Laufe des Wiedraufbaues wechselten Kirche und Kloster ihr architektonisches Bild.

Kloster_Oliva3Auch während der polnisch-schwedischen Konflikte wurde die Abtei verwüstet und das Kloster zerstört.

Im Jahre 1580 wurde das Kloster Oliwa (sowie auch Pelplin) ein Teil der polnischen Zisterzienserprovinz und verblieb es bis zur späteren Kassation. Zur Zeit der Übernahme kam es zur Reformierung des Klosterlebens.

Im Verlauf der ersten Teilung Polens kam das Kloster unter die Oberhoheit des preussischen Staates. Danach begann eine Krise. Die Äbte waren, von der Obrikeit nominierte, weltliche Priester, meistenfalls deutsche Hohenzollern. Diese waren nicht daran interessiert sich um die Abtei zu kümmern.

Auch die Zeit der Freien Stadt Danzig (1807-1815) änderte nichts daran. Ein weiteres Tief brach zu Anfang des XIX Jh. herein, da Friedrich II alle Güter der Zisterzienser konfiszierte.

Dem Kloster fehlten auch neue Berufungen zum Ordensstand. Das Kloster der Zisterzienser wurde am 1.Oktober 1831 von den preussischen Behörden liquidiert. Die Klosterkirche wurde einer katholischen Pfarrei zugesprochen.

Zu einem Neuanfang der Zisterzienser kam es erst 1945. Schon nach der Kassation wurde die Klosterkirche zur Kathedrale umfunktioniert und in den Klostergebäuden befindet sich die bischöfliche Kurie und das Priesterseminar der Diözese. Den grauen Mönchen wurde die Kirche der Muttergottes Königin Polens zugesprochen.
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Quelle: szlakcysterski.org

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